Zu schade zum Verfaulen


Die Streuobstvermittlung im Landkreis Kulmbach geht in eine neue Runde. Nachdem das Angebot im vergangenen Jahr auf große Resonanz gestoßen ist, können auch in diesem Jahr wieder Obst, Streuobstwiesen, Erntemöglichkeiten und passende Dienstleistungen vermittelt werden.
Ziel ist es, heimisches Obst sinnvoll zu nutzen und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen im Landkreis zu leisten.
Denn gerade in diesem Jahr fällt die Apfelernte regional sehr unterschiedlich aus. Während manche Bäume gut tragen, gibt es andernorts aufgrund der Witterung deutlich weniger Ertrag. Umso wichtiger ist es, vorhandenes Obst zusammenzubringen und einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.
Die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege gibt Auskunft, wie die Streuobstvermittlung funktioniert, wer mitmachen kann und welche Möglichkeiten es gibt.
Warum gibt es die Streuobstvermittlung im Landkreis Kulmbach?
Streuobstwiesen gehören zu unserer Kulturlandschaft und sind zugleich wertvolle Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Damit diese Flächen langfristig erhalten bleiben, müssen die Bäume allerdings auch genutzt und gepflegt werden.
Mit der Streuobstvermittlung möchten wir deshalb zwei Dinge miteinander verbinden: Zum einen soll vorhandenes Obst nicht ungenutzt am Boden liegen und verderben. Zum anderen möchten wir Menschen, die Obst suchen oder Interesse an einer Streuobstwiese haben, mit denjenigen zusammenbringen, die Obst oder Flächen anbieten können.
Wie funktioniert die Vermittlung konkret?
Das Prinzip ist ganz unkompliziert. Wer Obst sucht oder etwas anbieten möchte, meldet sich bei der Kreisfachberatung, am Besten über das dieses Onlineformular oder telefonsich. Wir bringen passende Anbieter und Interessierte miteinander in Kontakt. Anschließend vereinbaren die Beteiligten selbstständig, wann und wo das Obst abgeholt oder geerntet wird und welche Bedingungen gelten.
Auch Fragen wie Verkauf, Tausch, Schenkung oder Selbsternte können die Beteiligten individuell miteinander vereinbaren. Feste Tauschstellen gibt es daher nicht.
Welche Früchte können vermittelt werden?
Grundsätzlich geht es um alle Früchte, die in Gärten oder auf Streuobstwiesen anfallen. Dazu gehören beispielsweise Äpfel, Birnen, Kirschen, Renekloden, Zwetschgen, Pflaumen und Quitten. Auch Nüsse und Beeren können angeboten oder gesucht werden.
Dabei spielt die Menge keine Rolle: Von einigen Eimern Obst bis hin zu größeren Mengen oder ganzen Streuobstwiesen zur Selbsternte ist alles möglich.
Wer kann sich an der Streuobstvermittlung beteiligen?
Das Angebot richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises. Wer beispielsweise einen Apfelbaum hat, dessen Früchte er selbst nicht vollständig benötigt, kann diese anbieten. Umgekehrt können sich Menschen melden, die gerne regionales, unbehandeltes Obst nutzen möchten.
Auch Gemeinden können öffentliche Obstbestände melden, die anschließend zur Ernte vermittelt werden können.
Können auch Streuobstwiesen oder andere Angebote vermittelt werden?
Die Streuobstvermittlung beschränkt sich nicht auf die Früchte selbst. Auch Streuobstwiesen können zur Verpachtung oder zum Verkauf angeboten beziehungsweise gesucht werden.
Darüber hinaus können Dienstleistungen rund um die Pflege und Bewirtschaftung von Streuobstflächen vermittelt werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, Lagermöglichkeiten wie Keller, Schuppen oder Erdmieten anzubieten oder zu suchen.
Wie wird der Wert des Obstes festgelegt?
Das vereinbaren die Beteiligten individuell. Möglich sind beispielsweise Schenkungen, Tauschgeschäfte oder der Verkauf. Die Streuobstvermittlung stellt den Kontakt her, die konkreten Bedingungen vereinbaren Anbieter und Interessierte anschließend direkt miteinander.
Was muss ich angeben, wenn ich Obst anbieten oder suchen möchte?
Benötigt werden lediglich einige grundlegende Angaben: Name und Kontaktdaten, Wohnort, die gewünschte oder angebotene Obstart, die ungefähre Menge sowie die Information, ob das Obst verkauft, getauscht oder verschenkt werden soll.
Anfragen können direkt an die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt Kulmbach gerichtet werden.
Kann ich mich auch außerhalb der eigentlichen Erntezeit melden?
Ja. Obstbäume und Erntemengen können das ganze Jahr über gemeldet werden. Die Vermittlung ist also nicht auf die wenigen Wochen der Apfel- oder Zwetschgenernte beschränkt.
Warum ist die Vermittlung gerade in diesem Jahr besonders wichtig?
Die Ernte fällt in diesem Jahr regional sehr unterschiedlich aus. Während manche Streuobstwiesen reichlich Obst tragen, gibt es in anderen Bereichen des Landkreises deutlich weniger Ertrag.
Umso wichtiger ist es, vorhandene Früchte dort zu nutzen, wo sie anfallen. „Jeder Apfel zählt“, sagt Kreisvorsitzender Hans Hübner vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Kulmbach. Die Vermittlung trägt dazu bei, heimische Lebensmittel vor dem Verderben zu bewahren, regionale Kreisläufe zu stärken und gleichzeitig die Nutzung und damit den Erhalt unserer Streuobstwiesen zu unterstützen.
Interesse geweckt?
Wer Obst anbieten oder suchen, eine Streuobstwiese vermitteln oder eine Erntemöglichkeit nutzen möchte, kann sich an die Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege wenden.
Tizian Schwarz
Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege
Landratsamt Kulmbach
Telefon: 09221 / 707-555
E-Mail: schwarz.tizian@landkreis-kulmbach.de
Für weitere Fragen stehen außerdem zur Verfügung:
Anna Lena Ostermeier
Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Kulmbach
Telefon: 09221 / 707-553
E-Mail: ostermeier.annalena@landkreis-kulmbach.de
Themen: unter anderem Schnittkurse und Keltereien
Klaus Schaumberg
Landschaftspflegeverband Landkreis Kulmbach e. V.
Telefon: 09221 / 707-401
E-Mail: lpv.kulmbach@landkreis-kulmbach.de
Themen: unter anderem Förderprogramme, Unternutzung und Baumpflege
Online mitmachen:
Hier geht´s zum entsprechenden Onlineformular. Dieses finden Sie auch über die Internetseite des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege unter dem Menüpunkt „Mitmachen“ erreichbar.
So kann aus überschüssigem Obst ein wertvolles Lebensmittel werden – und vielleicht entsteht dabei auch der Kontakt zu einer Streuobstwiese, die künftig wieder regelmäßig gepflegt und genutzt wird.