Zschokke-Felsen wieder freigestellt


Neben dem Felsengarten und der Burg Zwernitz gehört der sogenannte Zschokke-Felsen zu den prägenden Wahrzeichen von Sanspareil. Die eindrucksvollen, außergewöhnlich gut erhaltenen Doppeltürme aus Schwammkalk sind sowohl als amtliches Geotop ausgewiesen als auch als Naturdenkmal geschützt.
Über Jahre kaum noch sichtbar
In den vergangenen Jahren war von dieser markanten Felsformation, die im Volksmund auch „Langer Stein“ genannt wird, allerdings nur wenig zu sehen. Sträucher und Bäume hatten die Naturerscheinung nahezu vollständig überwuchert, sodass sie im Acker lediglich als unscheinbare Gehölzinsel wahrgenommen wurde. Durch die gezielte Rücknahme von Schlehe, Hasel, Feldahorn, Weißdorn und Wildrose ist die charakteristische Silhouette der Felstürme nun wieder deutlich erkennbar.
Landschaftspflege durch regionale Betriebe
Im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes Landkreis Kulmbach e. V. (LPV) übernahmen ortsansässige Landwirte die fachgerechte Freistellung der Felsen und entfernten weite Teile des Efeubewuchses von den Felspartien.
Gewinn für seltene Arten
Die Maßnahme dient nicht allein der optischen Aufwertung des Landschaftsbildes. Zugleich verbessert sie die Lebensbedingungen für seltene und gefährdete Arten der Kalkmagerrasen, der Felspioniervegetation und der Felsgrusgesellschaften. Pflanzen wie die Küchenschelle, der Wohlriechende Schöterich oder der Fransenenzian finden nun wieder bessere Entwicklungsbedingungen vor.
Klettern nicht gestattet
Die markanten Felstürme aus der geologischen Epoche des Oberjura üben zwar auch auf Kletterer eine besondere Anziehungskraft aus. Im Bereich des ausgewiesenen Naturdenkmals ist das Klettern jedoch aus Gründen des Arten- und Biotopschutzes ausdrücklich nicht gestattet.
Namensgeber aus dem 19. Jahrhundert
Seinen Namen erhielt der Felsen im 19. Jahrhundert: Er wurde nach dem deutsch-schweizerischen Schriftsteller und Pädagogen Heinrich Zschokke (1771–1848) benannt – in einer Zeit, in der es üblich war, landschaftlich reizvolle Orte nach Dichtern und Philosophen zu benennen. Eine Tradition, die nach Ansicht von Wonsees’ Bürgermeister Andreas Pöhner und LPV-Geschäftsführer Klaus Schaumberg durchaus wieder mehr Beachtung finden könnte.