Schwaben und Franken aus der Endlagersuche ausgeschieden

Neuer Arbeitsstand zur Endlagersuche veröffentlicht - Das Tongebiet um Neu-Ulm in Schwaben, das Kristallingebiet im Fichtelgebirge in Oberfranken sowie das kleine Salzgebiet im nördlichen Unterfranken werden von der BGE nicht mehr weiterverfolgt.
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat heute ihren dritten Arbeitsstand zur Endlagersuche in Deutschland veröffentlicht. Dazu betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber in München: "Die BGE hat mit dem aktuellen Arbeitsstand die Gebiete in Schwaben sowie in Unter- und Oberfranken aus der Endlagersuche ausgeschlossen. Das ist eine gute Nachricht für die Menschen in den betroffenen Regionen. Für viele Menschen in Ostbayern bleibt die Unsicherheit allerdings weiter bestehen, dass dort Ende 2027 möglicherweise ein Teilgebiet als Standortregion vorgeschlagen wird. Wir erwarten vom Bund, dass die aus unserer Sicht ungeeigneten Regionen schnell aus dem weiteren Verfahren genommen werden." Mit dem dritten Arbeitsstand wurden aktuell erstmals sogenannte B-Gebiete veröffentlicht, die zwar grundsätzlich eine gute Eignung für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle erwarten lassen, jedoch dennoch von der BGE nicht weiter betrachtet werden.
Insgesamt werden in Folge des aktuell vorgelegten Arbeitsstands nun nur noch weniger als 5 Prozent der Fläche Deutschlands von der BGE weiter überprüft. Die BGE betrachtet im Verfahren auch immer noch insbesondere die aus bayerischer Sicht ungeeigneten Kristallin-Gebiete in den östlichen Landesteilen der Oberpfalz und von Niederbayern. Das Tongebiet um Neu-Ulm in Schwaben, das Kristallingebiet im Fichtelgebirge in Oberfranken sowie das kleine Salzgebiet im nördlichen Unterfranken werden von der BGE nicht mehr weiterverfolgt.
Glauber: "Für uns gilt weiterhin: Bei der Suche nach einem Endlager muss die Sicherheit an oberster Stelle stehen. Nur ein Einschluss der hochradioaktiven Abfälle in einer geologisch stabilen, dichten, massiven und viele Millionen Jahre alten Gesteinsformation wird die geeignete Sicherheit für eine weitere Million Jahre gewährleisten. Solche Gesteinsformationen sind in Bayern nach derzeitiger Erkenntnis nicht vorhanden. Eine Behälterlösung, wie sie im Ausland verfolgt wird, lehnt Bayern ab. Eine Garantie für dichte Behälter über einen Zeitraum von einer Million Jahre kann niemand geben."
Bayern steht der bundesweiten Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle mit großer Verantwortung gegenüber. Der Freistaat begleitet die Suche konstruktiv und kritisch. Dabei steht der Freistaat eng an der Seite der Regionen. Aus der Sicht Bayerns kann nur ein nachvollziehbares Verfahren in einem angemessen Zeitrahmen am Ende Akzeptanz schaffen.
Text: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz