Neue Fahrzeuge für die Sicherheit im Landkreis






Im Feuerwehrzentrum Kulmbach sind gleich zwei besondere Fahrzeuge offiziell eingeweiht worden: die neue Drehleiter der Feuerwehr Stadt Kulmbach und ein CBRN-Erkundungsfahrzeug des Bundes.
Beide Fahrzeuge erweitern die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr und leisten einen wichtigen Beitrag zum Brand- und Katastrophenschutz in der Region.
Neue Drehleiter ersetzt Fahrzeug aus dem Jahr 1985
Die neue Drehleiter der Feuerwehr Stadt Kulmbach ist am 25. März 2026 bei der Firma Rosenbauer abgeholt worden und ersetzt nun das bisherige Fahrzeug „Florian Kulmbach 1/30/1“, das bereits seit 1985 im Einsatz war.
Bei der neuen DLK 23/12 handelt es sich um ein genormtes Hubrettungsfahrzeug. Sie wird insbesondere zur Menschenrettung, Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung eingesetzt. Die Bezeichnung DLK 23/12 steht dabei für eine Nennrettungshöhe von 23 Metern bei einer seitlichen Ausladung von 12 Metern.
Technisch ist das Fahrzeug auf die besonderen Anforderungen im Stadtgebiet ausgelegt. Der Mercedes Econic 1830 F verfügt unter anderem über eine Hinterachszusatzlenkung und eine Niedrigbauweise. Dadurch ist die Drehleiter besonders wendig und kann auch in engen Bereichen der Kulmbacher Innenstadt eingesetzt werden. Die geringe Bauhöhe ermöglicht zudem beispielsweise eine problemlose Befahrung des Bereichs rund um die Plassenburg.
Landkreis übernimmt Großteil der Kosten
Die Anschaffung der neuen Drehleiter ist mit Gesamtkosten von 1.152.601,87 Euro verbunden. Neben der staatlichen Förderung in Höhe von 307.190 Euro unterstützt auch der Landkreis Kulmbach die Stadt Kulmbach erheblich bei der Finanzierung.
Der Kreiszuschuss beträgt 730.151,68 Euro und deckt damit den Großteil der Anschaffungskosten ab. Gemeinsam mit der staatlichen Förderung werden rund 90 Prozent der Gesamtkosten durch den Landkreis und den Freistaat Bayern getragen. Der Eigenanteil der Stadt Kulmbach beläuft sich auf 115.260,19 Euro.
Damit unterstützt der Landkreis die Stadt Kulmbach bei der Beschaffung eines für die Feuerwehr wichtigen Einsatzmittels und trägt zugleich zur weiteren Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes im Landkreis bei.
CBRN-Erkundungsfahrzeug für besondere Gefahrenlagen
Neben der Drehleiter steht der Feuerwehr Stadt Kulmbach künftig auch ein CBRN-Erkundungsfahrzeug des Bundes zur Verfügung. CBRN steht für chemische, biologische sowie radiologische und nukleare Gefahren.
Das rund fünf Tonnen schwere Spezialfahrzeug dient dazu, Gefahrstoffe und Kontaminationen zu erkennen, zu erkunden, zu messen und zu dokumentieren. Die gewonnenen Messdaten unterstützen die Einsatzleitung bei der Beurteilung einer Gefahrenlage und bei der Entscheidung über notwendige Schutzmaßnahmen sowie mögliche Warnungen der Bevölkerung.
Zur Ausstattung gehören unter anderem drei unterschiedliche Messgeräte zum Nachweis von Gefahrstoffen in der Luft sowie hochsensible Messtechnik zur Erfassung radioaktiver Strahlung. Die Messwerte werden an einem zentralen Computer zusammengeführt und können beispielsweise kartografisch dargestellt werden. Ergänzt wird die Ausstattung durch zahlreiche weitere Einsatzmittel, darunter Rucksäcke für die Notfall-Probenahme.
Eine besondere Stärke des Fahrzeugs liegt in der Verknüpfung der Messwerte mit den jeweiligen Geo-Koordinaten und der Möglichkeit, die Daten online an eine Messleitkomponente zu übertragen. Dadurch können bei größeren Einsatzlagen auch mehrere CBRN-Erkunder miteinander eingesetzt werden.
Ausbildung der Einsatzkräfte
Damit das Fahrzeug im Einsatzfall fachgerecht eingesetzt werden kann, wurden bereits zwei Zugführer der Feuerwehr Stadt Kulmbach entsprechend geschult. Sie absolvierten vom 24. bis 27. August 2026 ein viertägiges Seminar und wurden dabei zu Multiplikatoren für den Betrieb des CBRN-Erkunders ausgebildet.
Im Anschluss konnte das Fahrzeug im Zentrallager des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn übernommen werden.
Die Beschaffungskosten des CBRN-Erkunders belaufen sich auf rund 350.000 Euro und werden vollständig vom Bund getragen. Das Fahrzeug ist Teil der Ausstattung des Bundes für den Zivilschutz und steht damit insbesondere für die Erkundung und Messung von CBRN-Gefahrenlagen im Rahmen der zivilen Verteidigung zur Verfügung.
Mit der neuen Drehleiter und dem CBRN-Erkundungsfahrzeug verfügt die Feuerwehr Stadt Kulmbach über zwei moderne und leistungsfähige Einsatzmittel für unterschiedliche Einsatzlagen – von der Menschenrettung aus großer Höhe bis hin zur Erkundung und Messung komplexer Gefahrstofflagen.