Landkreis ehrt Kulturschaffende
Die Verleihung des Kulturpreises zählt seit vielen Jahren zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender des Landkreises Kulmbach. In diesem Jahr werden der Förderkreis zur Erhaltung und Verschönerung der Kulturlandschaft im Bereich der Gemeinde Himmelkron e.V. und Wolfgang Martin mit Kulturpreis des Landkreises Kulmbach ausgezeichnet.
Seit 1983 wird die Auszeichnung vergeben und würdigt Persönlichkeiten und Initiativen, die sich in besonderer Weise um das kulturelle Leben verdient gemacht haben. Insgesamt 57 Kulturpreisträgerinnen und Kulturpreisträger wurden bislang ausgezeichnet. Mit der Preisverleihung am Donnerstag, 12. März 2026, kommen zwei weitere Namen hinzu – als herausragende Repräsentanten eines vielfältigen und lebendigen Kulturlebens im Landkreis.
Mit dem Kulturpreis würdigt der Landkreis Kulmbach Menschen, deren Engagement weit über den Moment hinaus wirkt:
Menschen,
- die mit Leidenschaft gestalten,
- die mit Mut Neues wagen und
- die mit ihrer schöpferischen Kraft unser kulturelles Leben bereichern.
Wie es Christina Flauder, weitere Stellvertreterin des Landrats, in ihren einleitenden Worten sagte, ist Kultur allgegenwärtig und Kultur ist ein wesentliches Element unserer Gesellschaft! Unser kulturelles Umfeld hat immensen Einfluss auf uns alle.
- Es beeinflusst unser Denken und Handeln.
- Es vermittelt uns Werte und gibt uns Orientierung.
- Es schafft in uns das Verständnis für Ethik, Moral und Anstand.
- Es lässt uns den eigenen historischen Wert, die eigene Funktion im Leben und die eigenen Rechte und Pflichten verstehen.
- Es ist sozusagen der rote Faden, der unser gesamtes Leben durchzieht!
Mit dem Kulturpreis würdigt der Landkreis Kulmbach in diesem Jahr zwei sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen beeindruckende Formen kulturellen Engagements: den Förderkreis zur Erhaltung und Verschönerung der Kulturlandschaft im Bereich der Gemeinde Himmelkron e.V. sowie den Stadtsteinacher Kulturinitiator Wolfgang Martin.
Lindenallee Himmelkron: Kulturdenkmal durch Bürgerengagement wiederbelebt
Was heute als idyllischer Ort der Begegnung und Erholung gilt, begann einst mit einer Idee engagierter Bürgerinnen und Bürger. Der Förderkreis zur Erhaltung und Verschönerung der Kulturlandschaft im Bereich der Gemeinde Himmelkron e.V. hat in den vergangenen Jahrzehnten die historische Baille-Maille-Lindenallee wieder zum Leben erweckt – und sie zu einem kulturellen Mittelpunkt der Region gemacht.
Die ursprüngliche Allee galt einst als eine der schönsten Deutschlands. Von den Romantikern Wilhelm Heinrich Wackenroder und Ludwig Tieck wurde sie entsprechend gerühmt, bevor sie 1792 von preußischen Truppen abgeholzt wurde. Fast 200 Jahre später nahmen Bürger aus Himmelkron die Idee ihrer Wiedererrichtung wieder auf. Mit der Gründung des Förderkreises im Jahr 1984 begann die Umsetzung des ehrgeizigen Vorhabens.
Zwischen 1986 und 1992 wurden auf einem Gelände entlang des Weißen Mains zahlreiche Linden neu gepflanzt. Rund 600 Baumspenden machten das Projekt möglich. Heute kümmern sich die Mitglieder des Förderkreises mit großem ehrenamtlichem Einsatz um Pflege und Weiterentwicklung der Anlage. Jahr für Jahr kommen rund 1.200 Arbeitsstunden zusammen.
Dabei blieb es nicht bei der reinen Landschaftspflege. Mit Konzerten, Lesungen, Theateraufführungen, der beliebten Garten- und Kunstmesse und vielen weiteren Veranstaltungen entwickelte sich die Lindenallee zu einem lebendigen Kulturraum. Unter der langjährigen Vorsitzenden Inge Tischer wurden zudem wichtige infrastrukturelle Maßnahmen umgesetzt, darunter Pavillons, Sitzgelegenheiten und Informationstafeln.
„Heute ist die Lindenallee weit über Himmelkron hinaus bekannt – als historischer Ort, als kultureller Treffpunkt und als Beispiel dafür, was bürgerschaftliches Engagement über Generationen hinweg bewirken kann“, so Landrat Klaus Peter Söllner in seiner Laudatio.
Wolfgang Martin: Ungewöhnliche Kulturimpulse aus Stadtsteinach
Mit Wolfgang Martin zeichnet der Landkreis Kulmbach einen Kulturmacher aus, der seit vielen Jahren mit Kreativität, Mut und Ausdauer kulturelle Impulse im ländlichen Raum setzt.
Der gebürtige Frankfurter lebt seit 1980 in Stadtsteinach. Erfahrungen aus Studien- und Lebensjahren in Frankfurt und Berlin prägten sein kulturelles Verständnis – und weckten zugleich den Wunsch, auch in seiner Wahlheimat neue kulturelle Angebote zu schaffen.
Seit fast drei Jahrzehnten organisiert Wolfgang Martin Veranstaltungen und Projekte, die Kultur in Stadtsteinach auf ungewöhnliche Weise erlebbar machen. Dabei geht es ihm nicht nur um Unterhaltung. Seine Veranstaltungen sollen Menschen zusammenbringen, Gespräche anstoßen und neue Perspektiven eröffnen.
Ein besonderes Markenzeichen ist die Nutzung außergewöhnlicher Veranstaltungsorte. So entstand in der Alten Schule in Stadtsteinach ein kleiner Veranstaltungsraum mit Bühne und rund 50 Plätzen, der inzwischen Kultstatus genießt. Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland schätzen das besondere Ambiente dieses Ortes.
Bekannt geworden ist auch das von Martin initiierte Veranstaltungsformat der „Sofagespräche“. Dabei kommen Gäste aus Kultur, Gesellschaft oder Politik mit dem Gastgeber und dem Publikum ins Gespräch – oft persönlich, humorvoll und mit überraschenden Einblicken.
Darüber hinaus hat Martin immer wieder Impulse für das kulturelle Leben der Stadt gesetzt, etwa mit Stadtfesten, Stadtführungen oder Lichtinstallationen an der historischen Stadtmauer. Projekte wie „Kultur an der Stadtmauer“, „Das bewegte Steinachtal“ oder zuletzt die Veranstaltung „Genüsse der Welt“ zeigen sein Engagement für kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Austausch.
„Vor allem als Initiator und treibende Kraft der Kulturinitiative „Die Wüste lebt“ e.V. prägt Wolfgang Martin seit vielen Jahren das kulturelle Leben der Region. Sein Engagement zeigt, wie viel kreative Energie auch im ländlichen Raum entstehen kann“, hob Landrat Klaus Peter Söllner in seiner Laudatio hervor.
Mit dem Kulturpreis würdigt der Landkreis Kulmbach daher zwei Beispiele gelebter Kulturarbeit: engagierte Bürgerinnen und Bürger, die ein historisches Landschaftsdenkmal wieder zum Leben erweckt haben – und einen Kulturinitiator, der mit Ideenreichtum und Leidenschaft neue kulturelle Räume eröffnet.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von den Musikerinnen und Musiker des Musikvereins Stadtsteinach.
Multitalent Markus Veith – Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller – gab mit einem Ausschnitt aus dem Stück „Das bisschen Lampenfieber – auch Künstler haben Gefühle“ einen Einblick in sein Können. Auch Überraschungsgast Martin Rassau von der Comödie Fürth sorgte für beste Unterhaltung.
Zudem gilt ein Dank dem Markgrafenpaar „Markgräfin Wilhelmine“ und „Markgraf Friedrich zu Brandenburg Bayreuth“ (Iris und Stefan Schöckel aus Kasendorf von der Rokokoformation von Tanzsport Kulmbach e.V.), die dem Förderkreis auch am Abend der Preisverleihung mit ihrer Anwesenheit die Ehre gaben.
Hintergrund Kulturpreis:
Zweck der Auszeichnung
Der Landkreis stiftet zur Auszeichnung von Einzelpersonen und Personengruppen, die auf den Gebieten der Heimat- und Brauchtumspflege, der bildenden und darstellenden Kunst, der Musik oder der Literatur besonders anerkennenswerte Leistungen erbracht haben, den „Kulturpreis des Landkreises Kulmbach“.
Einzelpersonen können den Kulturpreis des Landkreises erhalten, wenn sie im Landkreis Kulmbach geboren sind, sie im Landkreis Kulmbach mehrere Jahre ansässig sind oder waren oder wenn ihr Schaffen im Landkreis selbst oder für den Landkreis unmittelbare Bedeutung hat. Personengruppen können den Kulturpreis des Landkreises erhalten, wenn ihr Wirken für den Landkreis Kulmbach unmittelbare Bedeutung hat.
Form der Auszeichnung
- Die Auszeichnung trägt den Titel „Kulturpreis des Landkreises Kulmbach“.
- Der Kulturpreis ist mit 1.000 EUR dotiert und wird als Einzelpreis an max. zwei Preisträger/innen vergeben.
- Die Vergabe erfolgt jährlich.
- Der/die Preisträger/innen erhalten über die Verleihung eine Urkunde.
(Quelle: Neubekanntmachung der Satzung zur Verleihung von Auszeichnungen für Verdienste um den Landkreis Kulmbach und weitere Preise/ www.landkreis-kulmbach.de)