Jägerschaft zieht Bilanz

Personengruppe
v.l.: Katharina Anders (Juristin, Abt. Öffentl. Sicherheit), Roland Wolfrum (1. Bürgermeister Stadtsteinach), Landrat a.D. Klaus Peter Söllner, Ludwig Freiherr von Lerchenfeld (Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Kulmbach e. V.), Landrat Jonas Gleich, Heinrich Hardt (Öffentliche Sicherheit, Katastrophenschutz, Gewerbewesen, Jagdrecht), Clemens Ulbrich (Kreisjagdberater), Thomas Schmidt (Öffentliche Sicherheit, Katastrophenschutz, Gewerbewesen, Jagdrecht)
Die Jagdhornbläser sorgten für die musikalische Umrahmung.
Ehrung von Landrat a.D. Klaus Peter Söllner für seine langjährigen Verdienste um die Jagd

Die Ergebnisse des vergangenen Jagdjahres, aktuelle Herausforderungen im Wildtiermanagement sowie die Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Landwirtschaft und Behörden standen im Mittelpunkt der Öffentlichen Hegeschau des Landkreises Kulmbach am Freitag, 16. Oktober 2026, im Schützenhaus Stadtsteinach.

Die gut besuchte Veranstaltung wurde von Ludwig Freiherr von Lerchenfeld, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Kulmbach e. V., eröffnet und geleitet. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Jagdhornbläser.

Landrat Jonas Gleich würdigte in seiner Ansprache die Arbeit der heimischen Jägerschaft und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit bei der Hege und Pflege der Kulturlandschaft. „Die gesetzliche Pflicht zur Vorlage des Kopfschmucks ist weit mehr als ein formaler Pflichttermin; sie liefert das ehrliche, sichtbare Ergebnis eines ganzen Jagdjahres“, so Gleich in seiner Rede. Die öffentliche Hegeschau biete dabei Gelegenheit, die Ergebnisse des Jagdjahres transparent darzustellen und den Austausch zwischen den Beteiligten zu fördern.

Ein besonderer Programmpunkt war die Ehrung von Landrat a.D. Klaus Peter Söllner für seine langjährigen Verdienste um die Jagd. Im Namen des Vereins würdigte Ludwig Freiherr von Lerchenfeld dessen Engagement in den vergangenen drei Jahrzehnten und überreichte ihm als Zeichen des Dankes einen großen Präsentkorb. In seinen Dankesworten hob Söllner insbesondere die vertrauensvolle und unkomplizierte Zusammenarbeit mit Kreisjagdberater Clemens Ulbrich hervor.

Im Anschluss stellte Kreisjagdberater Clemens Ulbrich die Ergebnisse der Streckenliste des vergangenen Jagdjahres vor. Dabei ging er auch auf die Bedeutung der öffentlichen Hegeschau als Instrument der Kontrolle und Transparenz ein und lobte die Kooperation aller Beteiligten.

Rehwild: Abschussplan im ersten Jahr zu 33 Prozent erfüllt

Im vergangenen Jagdjahr wurden im Landkreis Kulmbach insgesamt 4.264 Rehe erlegt. Damit wurde der geltende Dreijahres-Abschussplan im ersten Jagdjahr zu 33 Prozent erfüllt. Die Jägerschaft bewege sich somit präzise im Soll, unterstrich Ulbrich.

Schwarzwild: Bejagung bleibt wichtige Aufgabe

Auch die Schwarzwildbejagung war ein zentrales Thema. Angesichts von Feldschäden und der Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) kommt der Bejagung von Wildschweinen weiterhin eine besondere Bedeutung zu. Im vergangenen Jagdjahr wurden 1.078 Stück Schwarzwild erlegt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 89 Stück; für 2024 wurde eine Strecke von 989 Stück angegeben.

Landrat Jonas Gleich dankte den Jägerinnen und Jägern für ihren Einsatz bei der Schwarzwildbejagung. In diesem Zusammenhang verwies er auch auf die staatliche Aufwandsentschädigung für Maßnahmen zur ASP-Prävention. Informationen zu den geltenden Voraussetzungen und zur Antragstellung sind beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) erhältlich.

Die Bedeutung des partnerschaftlichen Austauschs zwischen den Akteuren im ländlichen Raum unterstrich auch Harald Peetz vom Bayerischen Bauernverband in seinem Grußwort. Die Herausforderungen in der modernen Kulturlandschaft ließen sich am besten durch einen kontinuierlichen Dialog und eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Jägerschaft angehen, betonte Peetz.

Weitere fachliche Impulse lieferten Simon Stölzel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Coburg-Kulmbach sowie Veterinär Dr. Andreas Koller vom Landratsamt Kulmbach. Stölzel stellte die vielfältigen Aufgaben der Forstverwaltung vor. Dr. Koller informierte über die aktuelle Lage bei der Afrikanischen Schweinepest und betonte die Bedeutung konsequenter Präventionsmaßnahmen sowie einer weiterhin intensiven Schwarzwildbejagung.

Auch die Sicherheit im Jagdbetrieb wurde thematisiert: Der ehemalige Vorsitzende Peter Müller stellte ein neues Fortbildungsangebot zum Thema „Erste Hilfe für Jäger“ vor. Die Schulung soll Jägerinnen und Jäger darauf vorbereiten, bei Unfällen im unwegsamen Reviergelände schnell und fachgerecht Hilfe leisten zu können.

Zum Abschluss seiner Ausführungen wies Landrat Jonas Gleich auf die Bedeutung einer sicheren und gesetzeskonformen Waffenaufbewahrung hin und appellierte an die Jägerschaft, die geltenden waffenrechtlichen Vorgaben sorgfältig einzuhalten.

Mit einem musikalischen Abschluss durch die Jagdhornbläser endete die Öffentliche Hegeschau des Landkreises Kulmbach.

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