Heizen mit Zukunft: Landkreis setzt auf moderne Wärmepumpentechnik

v.l.: Martin Schmidt (Hochbau-Technik am LRA), Christian Potzel (Bereichsleiter SPIE Wiegel GmbH), Landrat Klaus Peter Söllner, Pascal Hoffmann (Monteur SPIE Wiegel GmbH), Heiko Lindner (Außendienstmitarbeiter Glen Dimplex), Mark Zeiß (Sachgebietsleiter Hochbau-Technik am LRA)
Heiko Lindner von Glen Dimplex gibt Tipps zur Einstellung der Wärmepumpen an der Steuerung.

Der Landkreis treibt die Energiewende in seinen eigenen Gebäuden weiter voran: Mit der Installation und Inbetriebnahme von insgesamt vier neuen Wärmepumpen ist ein wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen und zukunftssicheren Wärmeversorgung umgesetzt worden.

Drei der Anlagen versorgen künftig das Landratsamt, eine weitere das ehemalige Zollamtsgebäude.

Deutliche CO₂-Einsparung und weniger Gasverbrauch

Bislang wurde das Hauptgebäude vollständig über eine gasbetriebene Heizanlage beheizt. Dabei entstanden jährlich rund 85 Tonnen CO₂. Angesichts steigender Anforderungen an Energieeffizienz und Klimaschutz ist eine Reduzierung dieses Ausstoßes dringend geboten.

„Mit der neuen Technik kann der Gasverbrauch nun deutlich gesenkt werden. Gleichzeitig wächst die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und deren mittlerweile stark schwankenden Preisen. Stattdessen setzt der Landkreis verstärkt auf erneuerbare Energiequellen und moderne Wärmepumpentechnologie“, erläutert Martin Schmidt vom Sachgebiet Hochbau-Technik des Landratsamtes. 

Komplexe Umsetzung im Bestand

Die Umsetzung des Projekts stellte insbesondere am Landratsamt hohe Anforderungen. Während der Altbau bereits energetisch saniert ist, befindet sich der Erweiterungsbau noch im unsanierten Zustand. Die Integration der neuen Wärmepumpen in diese heterogene Gebäudestruktur erforderte eine präzise Planung und Abstimmung.

„Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochbauverwaltung sowie den beteiligten Fachfirmen, die dieses anspruchsvolle Projekt mit großem Engagement und fachlicher Kompetenz umgesetzt haben“, betont Landrat Klaus Peter Söllner. „Mit ihrem Einsatz leisten sie einen wichtigen Beitrag dazu, unseren Landkreis nachhaltiger und zukunftsfähiger aufzustellen.“

Wärmepumpen übernehmen Großteil der Versorgung

Seit der Inbetriebnahme Ende November vergangenen Jahres läuft die Wärmeversorgung weitgehend über die neuen Anlagen. Die bisherigen Gaskessel kommen nur noch zur Abdeckung von Spitzenlasten zum Einsatz.

Ziel ist es, künftig rund 70 bis 80 Prozent des Wärmebedarfs über die Wärmepumpen zu decken. Unterstützt wurde das Vorhaben durch eine Bundesförderung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die 35 Prozent der Investitionskosten abdeckt.

Feinjustierungen in den Steuerungseinstellungen, um die Effizienz weiter zu optimieren, sind weitgehend abgeschlossen.

Effiziente Technik nutzt Umweltwärme

Die eingesetzten Wärmepumpen arbeiten nach dem Prinzip der Umweltwärmenutzung: Sie entziehen der Außenluft Energie und heben deren Temperaturniveau an, um Heizungswasser zu erwärmen. Dabei wird zwar Strom benötigt, jedoch entsteht ein Vielfaches an nutzbarer Wärmeenergie.

Zum Einsatz kommt unter anderem das natürliche Kältemittel R290 (Propan), das sich durch ein besonders geringes Treibhauspotenzial auszeichnet. Gleichzeitig ermöglicht es auch bei niedrigen Außentemperaturen hohe Vorlauftemperaturen, sodass bestehende Heizkörper weiterhin effizient genutzt werden können.

Die gesamte Anlagentechnik stammt vom Hersteller Glen Dimplex und wurde in Deutschland produziert – installiert wurde sie von der SPIE Wiegel GmbH.

Weitere Optimierungen geplant

Auch nach der Inbetriebnahme bleibt die Optimierung der Anlage ein fortlaufender Prozess. Ziel ist es, die Steuerung der Wärmepumpen und der ergänzenden Gaskessel weiter zu verfeinern und die Wärmeverteilung im Gebäude möglichst effizient zu gestalten.

Langfristig ist eine enge Betreuung der Anlagen vorgesehen: Die hausinternen technischen Dienste übernehmen gemeinsam mit externen Fachfirmen und im Rahmen eines Wartungsvertrags die kontinuierliche Überwachung und Instandhaltung.

Mit dem Projekt setzt der Landkreis ein deutliches Zeichen für Klimaschutz und eine nachhaltige Energieversorgung im öffentlichen Gebäudebestand.

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