Gesundheitskompetenz als Schlüssel für die Zukunft

Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Gesundheitsförderung, Prävention, Beratung, Seniorenarbeit, Verwaltung und Ehrenamt entwickelten bei der Regionalen Präventionskonferenz im Landratsamt Kulmbach gemeinsam Ideen für eine zukunftsorientierte Präventionsarbeit. Im Mittelpunkt standen Gesundheitskompetenz, Vernetzung und gesundheitliche Chancengleichheit.

Wie kann Prävention im Landkreis Kulmbach künftig noch wirksamer gestaltet werden? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 70 Fachkräfte aus Medizin, Prävention, Gesundheitsförderung, Beratung, Seniorenarbeit, Verwaltung und Ehrenamt bei der Regionalen Präventionskonferenz im Landratsamt Kulmbach.

Eingeladen hatten das Gesundheitsamt Kulmbach sowie die Geschäftsstelle der Gesundheitsregionplus Landkreis Kulmbach. Unter dem Motto „Gesundheitskompetenz gemeinsam gestalten“ stand der fachliche Austausch über Strategien im Mittelpunkt, um Gesundheitsförderung und Prävention langfristig zu stärken und Menschen in allen Lebensphasen besser zu erreichen.

Die Regionale Präventionskonferenz ist Bestandteil des Bayerischen Präventionsgesetzes und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention unterstützt. Ziel ist es, regionale Akteurinnen und Akteure zu vernetzen und gemeinsam nachhaltige Präventionsstrategien für die Region zu entwickeln.

Prävention als Zukunftsaufgabe

Landrat Jonas Gleich eröffnete die Veranstaltung und hob die wachsende Bedeutung von Prävention angesichts der aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen hervor.
„Unser Gesundheitssystem steht vor großen Veränderungen. Umso wichtiger ist es, den Blick verstärkt auf Prävention und Gesundheitsförderung zu richten. Jede Investition in die Gesundheit der Menschen ist zugleich eine Investition in die Zukunft unseres Landkreises. Prävention gelingt dabei nur gemeinsam – durch starke Netzwerke und engagierte Partner vor Ort.“

Damit griff der Landrat zugleich die Einschätzung der Bayerischen Gesundheitsministerin Judith Gerlach auf, die Prävention im Sinne des Health in All Policies-Ansatzes als zentrale Zukunftsaufgabe bezeichnet.

Gesundheitskompetenz im Mittelpunkt

Im fachlichen Teil der Konferenz stellte Ina Adamek, Leiterin der Geschäftsstelle der Gesundheitsregionplus, die Ziele des Bayerischen Masterplans Prävention vor. Dieser verfolgt das Ziel, Gesundheitsförderung in allen Lebensbereichen nachhaltig zu stärken – von Bewegung und gesunder Ernährung über psychische Gesundheit und Suchtprävention bis hin zu Vorsorge, Impfungen und Maßnahmen zur Bewältigung der gesundheitlichen Folgen des Klimawandels. Prävention wird dabei als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden, die nur durch die Zusammenarbeit vieler Akteure gelingen kann.

Dass der Landkreis Kulmbach in diesem Bereich bereits seit Jahren wichtige Impulse setzt, zeigte der Rückblick auf die bisherigen Aktivitäten. Bereits seit 2020 beschäftigt sich der Landkreis intensiv mit der Förderung der Gesundheitskompetenz. Eine daraus entstandene digitale Tagungsdokumentation fand bundesweit Beachtung und wird inzwischen als Good-Practice-Beispiel im Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz geführt.

Geschäftsstellenleiterin Annekatrin Tauer erläuterte den erweiterten Begriff der Gesundheitskompetenz: „Gesundheitskompetenz bedeutet weit mehr, als Gesundheitsinformationen lesen zu können. Menschen müssen Informationen finden, verstehen, bewerten und schließlich in ihrem Alltag anwenden können. Genau hier setzen wir im Landkreis Kulmbach an – möglichst lebensnah, praxisorientiert und gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern.“

Prävention entlang der gesamten Lebensspanne

Ein Schwerpunkt der bisherigen Arbeit liegt auf einem konsequenten Praxisbezug. Während der Gesundheitskompetenzwochen wurde Gesundheitskompetenz anhand konkreter Lebensphasen und Umbruchsituationen betrachtet – von der frühen Kindheit über Schule, Ausbildung und Beruf bis ins hohe Alter. Dabei standen Präventionsketten über die gesamte Lebensspanne sowie gesundheitliche Chancengleichheit im Mittelpunkt.

„Gerade Menschen, die erschwerte Zugänge zum Gesundheitssystem oder zu Gesundheitsinformationen haben, dürfen nicht durchs Raster fallen“, betonte Tauer. „Unser Ziel ist ein engmaschiges Netzwerk, das Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen Orientierung gibt und passende Unterstützungsangebote bietet.“

Neue digitale Plattform für Präventionsangebote

Ein weiteres Thema war das neue Präventionstool des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention, das Sozialpädagogin Jennifer Schwarz vorstellte. Die digitale Plattform bündelt bayernweit langfristige, nicht-kommerzielle Präventionsangebote und erleichtert sowohl Bürgerinnen und Bürgern als auch Fachkräften die Suche nach passenden Angeboten. Gleichzeitig macht sie die Vielfalt bestehender Präventionsmaßnahmen sichtbar.

Vernetzung als Schlüssel zum Erfolg

Nach einer intensiven Austauschrunde arbeiteten die Teilnehmenden an mehreren Themenstationen weiter. Gemeinsam wurden bestehende Angebote und Netzwerke analysiert, Kooperationsmöglichkeiten diskutiert und neue Ideen für die zukünftige Präventionsarbeit entwickelt.

Dabei wurde deutlich, wie vielfältig die Präventionslandschaft im Landkreis Kulmbach bereits aufgestellt ist. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass die großen gesellschaftlichen Herausforderungen nur gemeinsam bewältigt werden können.

Amtsärztin Dr. Nataša Luz zog ein positives Fazit: „Die heutige Konferenz hat einmal mehr gezeigt, wie viel Fachwissen, Engagement und Gestaltungswille in unserem Landkreis vorhanden sind. Der Austausch hat wertvolle Impulse geliefert. Nun gilt es, diese Erkenntnisse gemeinsam weiterzuentwickeln und konkrete Maßnahmen daraus entstehen zu lassen. Denn erfolgreiche Prävention lebt von Vernetzung, Beteiligung und einem gemeinsamen Verständnis dafür, Gesundheit in allen Lebensphasen zu fördern.“

Auch das Organisationsteam des Landratsamts bewertet die Veranstaltung als vollen Erfolg. Die Ergebnisse der Regionalen Präventionskonferenz sollen nun in die weitere Arbeit des Gesundheitsamts und der Gesundheitsregionplus einfließen. Ziel bleibt es, Gesundheitskompetenz nachhaltig zu stärken und Prävention im Landkreis Kulmbach gemeinsam weiterzuentwickeln – damit alle Bürgerinnen und Bürger unabhängig von ihrer Lebenssituation möglichst gute Chancen auf ein gesundes Leben haben.

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