Freiwilliges Ehrenamtliches Schuljahr - Pilotphase am CVG

Foto: KI-generiert

Ein Jahr lang Neues ausprobieren, eigene Stärken entdecken und dabei etwas für andere bewegen: Genau darum geht es beim „Freiwilligen Ehrenamtlichen Schuljahr“ (FESJ).

Unter dem Motto „Ein Jahr, das zählt – für dich und andere“ fiel kürzlich am Caspar-Vischer-Gymnasium (CVG) in Kulmbach der Startschuss für das Projekt. Das Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement (KoBE) am Landratsamt Kulmbach hat es gemeinsam mit der Schule auf den Weg gebracht.

Die Idee ist bereits andernorts erfolgreich: In mehreren bayerischen Landkreisen hat sich das Konzept etabliert. Auch an der Carl-von-Linde-Realschule in Kulmbach ist es – dort unter der Bezeichnung „Freiwilliges Soziales Schuljahr“ – schon seit einigen Jahren fester Bestandteil des schulischen Angebots. Aus einem Arbeitskreis der Bildungsregion kam schließlich die Empfehlung, diesen bewährten Ansatz auf weitere Schulen im Landkreis auszuweiten. Mit einer Pilotphase am CVG wird nun der erste Schritt gemacht.

„Wir wollen ein Schuljahr lang Erfahrungen sammeln und schauen, wie das Projekt läuft. Auf dieser Grundlage können wir überlegen, wie das FESJ künftig im Landkreis weiter „Schule machen kann“, erklärt Heike Söllner, die verantwortliche Projektkoordinatorin am Landratsamt.

Ehrenamt erleben und über sich hinauswachsen

Wie funktioniert das FESJ? Interessierte Jugendliche engagieren sich ein Schuljahr lang außerhalb des Unterrichts freiwillig in einem Verein oder einer gemeinwohlorientierten Einrichtung. Insgesamt bringen sie sich dabei mit mindestens 60 Stunden ein – regelmäßig unter der Woche, flexibel an Wochenenden oder blockweise in den Ferien.

Das Ziel: Junge Menschen frühzeitig für das Ehrenamt begeistern und ihnen zeigen, wie viel sie selbst bewegen können. Ob im Sportverein, bei sozialen Projekten oder in anderen gemeinnützigen Bereichen – das FESJ bietet die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln, eigene Talente zu entdecken und Menschen kennenzulernen, denen man sonst vielleicht nie begegnet wäre. Gleichzeitig lernen die Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen und die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Und vielleicht ergibt sich dabei sogar eine Idee für den späteren Berufs- oder Studienweg.

Auch Vereine profitieren

Das FESJ ist keine Einbahnstraße: Auch Vereine und gemeinwohlorientierte Einrichtungen gewinnen. Sie können junge Menschen für ihre Arbeit begeistern, Kontakte zum Nachwuchs knüpfen und neue Impulse für das Vereinsleben erhalten. Die Jugendlichen bringen frische Perspektiven mit, lernen die vielfältigen Aufgaben im Verein kennen und können sich mit ihren Interessen und Fähigkeiten einbringen. So entstehen Begegnungen, von denen beide Seiten profitieren.

Ein weiterer Pluspunkt für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ist das Zertifikat, das sie am Ende des Schuljahres für ihr Engagement erhalten. Im Juli 2027 wird Landrat Jonas Gleich persönlich ans Caspar-Vischer-Gymnasium kommen, um den Jugendlichen ihre Nachweise zu überreichen – eine Anerkennung für ihren Einsatz, die auch bei späteren Bewerbungen von Nutzen sein kann.

Landrat ruft Jugendliche und Vereine zum Mitmachen auf

Landrat Jonas Gleich ist vom Konzept überzeugt: „Das Freiwillige Ehrenamtliche Schuljahr ist eine echte Bereicherung – für die jungen Engagierten genauso wie für unsere Vereine im Landkreis. Deshalb mein Aufruf an die Schülerinnen und Schüler: Nutzt die Chance, probiert etwas Neues aus und macht dieses Schuljahr zu einem ganz besonderen Jahr!  Und an unsere Vereine und Organisationen habe ich eine Bitte: Wenn in den nächsten Tagen interessierte Schülerinnen und Schüler auf euch zukommen, öffnet ihnen die Türen. Gebt den jungen Leuten spannende Einblicke in eure Arbeit und zeigt ihnen, wie vielfältig und bereichernd ehrenamtliches Engagement sein kann.“

Der erste Schritt ist gemacht

In dieser Woche besuchten Heike Söllner und Lukas Roth vom Landratsamt Kulmbach die neunten Klassen des CVG und informierten die Jugendlichen aus erster Hand über das FESJ. Am Gymnasium begleiten Carsten Renner und Corinna Hörath das Projekt von schulischer Seite und hatten bereits wertvolle Vorarbeit geleistet.

„Es war spannend zu sehen, wie viele Schülerinnen und Schüler schon Berührungspunkte mit Vereinen haben. Daran können wir gut anknüpfen. Gemeinsam mit den Klassen haben wir herausgearbeitet, welche Chancen das FESJ bietet. Erfreulich viele Jugendliche haben anschließend einen Anmeldebogen und die Rahmenvereinbarung mitgenommen. Sie überlegen jetzt sicher schon, welche Einsatzstelle in ihrer Nähe zu ihnen passen könnte“, berichtet Heike Söllner von den Schulbesuchen.

Einsatzstelle werden: Vereine und Organisationen gesucht!

Vereine und gemeinwohlorientierte Organisationen, die beim FESJ mitmachen und als Einsatzstelle zur Verfügung stehen möchten, können sich beim Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement (KoBE) am Landratsamt Kulmbach melden. Ansprechpartnerin ist
Heike Söllner:

Das KoBE registriert interessierte Einrichtungen als potenzielle Einsatzstellen. Bis Ende Oktober sollen die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler selbstständig ihren Wunschverein oder eine passende Organisation finden und kontaktieren. Wer nicht gleich eine Idee hat, wird vom Landratsamt mit Vorschlägen unterstützt und dazu wird dann auf die Liste der registrierten Vereine und Organisationen zurückgegriffen. Das Engagement umfasst mindestens 60 Stunden im Schuljahr. Die Einsätze können regelmäßig mit etwa 1,5 bis 2 Stunden pro Woche oder flexibel an Wochenenden bzw. blockweise in den Ferien stattfinden.

Jetzt mitmachen und gemeinsam etwas bewegen!

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