Deponie Himmelkron vor dem Abschluss

Nach mehr als 50 Jahren abfallwirtschaftlicher Nutzung und über 30 Jahren intensiver Sanierung steht ein bedeutendes Projekt im Landkreis Kulmbach kurz vor dem Abschluss: Die Deponie Himmelkron wird endgültig geschlossen.
Dabei wird auf eine lange Entwicklung zurückgeblickt – von den Anfängen der Deponierung bis hin zu modernen Umweltstandards.
Vom Ablagerungsplatz zur modernen Deponie
Die Deponie Himmelkron wurde bereits 1971 vom damaligen Landkreis Kulmbach übernommen und zunächst als Hausmülldeponie betrieben. Seit Ende der 1970er Jahre diente sie ausschließlich der Ablagerung von Bauschutt und mineralischen Abfällen.
Wie viele Deponien in Deutschland musste auch Himmelkron in den vergangenen Jahrzehnten technisch nachgerüstet werden. Strengere gesetzliche Vorgaben – insbesondere seit den 1990er Jahren und gebündelt in der Deponieverordnung von 2009 – sorgten dafür, dass ältere Anlagen umfassend saniert werden mussten.
Ziel war es, die Umwelt dauerhaft zu schützen: Schadstoffe dürfen nicht ins Grundwasser gelangen, Deponiegase müssen kontrolliert erfasst werden und Regenwasser soll möglichst nicht in den Deponiekörper eindringen.
Millioneninvestitionen in den Umweltschutz
Der Landkreis Kulmbach hat seit den späten 1980er Jahren rund 25 Millionen Euro in die Modernisierung seiner Deponien investiert – darunter die Standorte DKO-Deponie Kirchleus, DKI-Deponie Himmelkron, und DK II-Deponie Höferänger mit unterschiedlichen Anforderungen an die Bautechnik je nach Zuordnung der Deponieklasse.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehörten:
- der Bau von Anlagen zur Erfassung und Behandlung von Deponiegasen
- moderne Systeme zur Sammlung und Reinigung von Sickerwasser
- Abdichtungen an Boden, Seiten und Oberfläche
- sowie die Rekultivierung und Begrünung der Flächen
Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass Deponien heute als sichere technische Bauwerke gelten und keine Gefahr mehr für Mensch und Umwelt darstellen.
Deponie Himmelkron - Letzter Bauabschnitt läuft
Aktuell befindet sich die Deponie Himmelkron in ihrer finalen Phase: Für rund 1,5 Millionen Euro wird die Oberfläche auf einer Fläche von etwa 15.000 Quadratmetern endgültig abgedichtet.
Die Bauarbeiten laufen seit Frühjahr 2025 und sollen im Sommer 2026 abgeschlossen sein. Nach der Winterpause wurden die Arbeiten planmäßig wieder aufgenommen.
Ein Großteil der Abdichtung ist bereits fertiggestellt. Derzeit fehlen noch rund 4.500 Quadratmeter der zentralen Dichtungsschicht. Parallel dazu werden Sickerwasserschächte angepasst und Versorgungswege für die technischen Einrichtungen fertiggestellt.
Vor Ort machten sich Landrat Klaus Peter Söllner und Bürgermeister Gerhard Schneider ein Bild vom Baufortschritt.
Hightech unter der Oberfläche
Was für Besucher später wie eine begrünte Fläche aussieht, ist technisch hochkomplex. In der Oberflächenabdichtung werden mehr als 20 verschiedene Materialien verbaut – darunter spezielle Kunststoff-Dichtungsbahnen und mineralische Schichten.
Diese verhindern, dass Regenwasser eindringt und Schadstoffe ausgewaschen werden. Gleichzeitig wird die Entstehung von Sickerwasser deutlich reduziert.
Die Arbeiten werden von unabhängigen Fachstellen überwacht, um höchste Qualitätsstandards sicherzustellen.
„Für die stets konstruktive Zusammenarbeit – insbesondere beim Anschluss der Deponie an die Kläranlage – sowie für die Bereitschaft der Gemeinde und ihrer Bürgerinnen und Bürger, die Nutzung als Reststoffdeponie bis 2023 mitzutragen, gilt allen Beteiligten unser ausdrücklicher Dank“, betonte Landrat Klaus Peter Söllner im Rahmen seines Besuchs vor Ort. „Mit dem Abschluss der Arbeiten zur Oberflächenabdichtung bis Juni 2026 wird die ehemalige Deponie schließlich vollständig in das Landschaftsbild integriert sein.“
„Die endgültige Schließung der Deponie ist für Himmelkron ein wichtiges Signal“, ergänzt Gerhard Schneider, 1. Bürgermeister der Gemeinde Himmelkron. „Über Jahrzehnte hinweg hat uns dieses Thema begleitet. Umso mehr freut es mich, dass wir nun einen Abschluss erreichen, der sowohl den heutigen Umweltstandards entspricht als auch neue Perspektiven für die Fläche eröffnet. Mein Dank gilt dem Landkreis und allen Beteiligten für die konsequente und verantwortungsvolle Umsetzung.“
Blick in die Zukunft: Nachsorge beginnt
Mit dem Abschluss der Bauarbeiten ist die Arbeit jedoch nicht beendet. Die Deponie geht anschließend in die sogenannte Nachsorgephase über.
Das bedeutet:
- Sickerwasser wird weiterhin kontrolliert und behandelt
- Messungen überwachen mögliche Setzungen im Deponiekörper
- Behörden prüfen regelmäßig die Umweltsicherheit
Erst wenn langfristig keine Emissionen mehr festgestellt werden, gilt die Deponie als vollständig abgeschlossen.
Dank für jahrzehntelanges Engagement
Zum Abschluss würdigte Landrat Klaus Peter Söllner auch die Arbeit der beteiligten Fachleute. Besonders hervorgehoben wurde Norbert Waldhier vom Ing.-Büro Coplan aus Weiden, der die Deponieprojekte des Landkreises über Jahrzehnte hinweg planerisch begleitet hat und nun in den Ruhestand geht.
Ein Projekt mit Signalwirkung
Die Schließung der Deponie Himmelkron markiert einen wichtigen Meilenstein für den Landkreis Kulmbach. Sie steht beispielhaft für den Wandel in der Abfallwirtschaft: weg von reiner Ablagerung – hin zu Recycling, Verwertung und langfristigem Umweltschutz.
Was bleibt, ist eine gesicherte und rekultivierte Fläche – und die Gewissheit, dass Altlasten verantwortungsvoll behandelt wurden.