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Innenentwicklung

Nahversorgung

Regionalforum NahversorgungZunächst wurden rund um das Thema Nahversorgung im ländlichen Raum und Etablierung von Dorfläden unter Einbeziehung der Bevölkerung, Grundlagen und Best-Practice-Beispiele recherchiert. Hierzu gehörte auch der Besuch des Bayerischen Nahversorgungstages am 03.11.2011 in Ansbach, wo Praktiker Anregungen zur Durchführung eines Nahversorgungsforums gaben und die Teilnehmer Erfahrungsberichte und Best Practice-Beispiele kennenlernten.

Auf dieser Grundlage veranstaltete das Regionalmanagement am 17.04.2012 im Landratsamt ein Nahversorgungsforum. Der Einladung waren ca. 40 Personen gefolgt: Bürgermeister, Vertreter von Behörden und Initiativen sowie interessierte Bürger.

Fachreferent war Prof. Dr. Hahn aus Seßlach, Geschäftsführer des Dorfladen Heiligersdorf bei Coburg und Unternehmensberater für Dorfladen-Gründungen. Von den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden wurden zwei unterschiedliche Konzepte für Dorfläden vorgestellt: Der Dorfladen Grafengehaig als bürgerschaftliches Model in Kooperation mit der Gemeinde und der CAP-Markt in Stammbach, der als Kooperationsmodell zwischen Kommune und der Diakonie Hochfranken gehandicapten Beschäftigten eine Chance auf dem 1. Arbeitsmarkt gibt.

Zum Ende der Veranstaltung wurde unter den Teilnehmern abgefragt, ob weitere Informationen in Form eines Seminars zum Thema Einzelhandel benötigt werden, jedoch ohne aktuell größeren Bedarf zutage zu fördern.

Dorfladen Rugendorf

Nachdem ein früherer Anlauf zur Schaffung eines Dorfladens gescheitert war, kommt jetzt Bewegung nach Rugendorf. Mit fachlicher Begleitung von Prof. Volker Hahn, der auch als Fachreferent im Rahmen des Regionalforum Nahversorgung des Regionalmanagements geladen gewesen war, wurden in Rugendorf die Bürger zum Wunsch nach einem Dorfladen befragt. Von Februar bis März 2013 wurde eine Fragebogenaktion durchgeführt, die mit 63,3% eine gute Resonanz brachte. Bei einer Bürgerversammlung im April 2013 signalisierten die anwesenden Rugendorfer ihre Unterstützung für den Dorfladen.

Ausblick

Das Regionalmanagement steht mit den Kommunen des Landkreises in Kontakt und wird unterstützend tätig werden bzw. weitere Informationsveranstaltungen anbieten, falls sich hierfür ein Bedarf abzeichnet.

In Rugendorf wird derzeit nach geeigneten Räumlichkeiten gesucht und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellt, die bei einem weiteren Informationstreffen vorgestellt wird.

Baulückenkataster

Das Basismodul "Baulücken" für das interkommunale GIS wurde für alle Gemeinden integriert. Mit dessen Hilfe ist es möglich, Baulücken und untergenutzte Grundstücke automatisiert zu erfassen und damit die Vorarbeit für die Gemeinden bei der Erhebung zu erleichtern. Auch ein Fragebogen an die Grundstückseigentümer lässt sich mit dem Programm automatisiert herstellen.

Bei einer ersten Informationsveranstaltung am 8. März 2012, wurden die Vertreter der Gemeinden über die Inhalte und Möglichkeiten des Programms informiert und auf die Potentiale bei der Innenentwicklung hingewiesen.

Inzwischen haben einzelne Gemeinden wie die Stadt Kulmbach, die VG Marktleugast und die Gemeinde Neuenmarkt mit der Erfassung von Baulücken begonnen. Andere Gemeinden werden dies nach Vorarbeiten seitens des GIS-Anbieters (Auswertung der Bebauungsintensität der Grundstücke, tatsächliche Nutzung, Bebauungspläne, Flächennutzungsplan) tun.

Ausblick

Der Landkreis wird auch weiterhin bei den Gemeinden für die Erfassung von Baulücken und Brachflächen werben. Er unterstützt die Aktivitäten der Kommunen, hilft bei der Nutzung des Programmes und gibt Dienstleistungen des Programmherstellers weiter. Auch die Erfassung der Umringpolygone der Bebauung wird als Hilfestellung des Landkreises angeboten.

Neubürger- und Abwandererbefragung

Die demographischen Veränderungen in ländlichen Räumen wie Oberfranken beruhen neben dem ungünstigen Verhältnis von Geburten und Sterbefällen auch auf dem Verhältnis von Zu- und Wegzügen. Auch die Einwohnerzahlen des Landkreises Kulmbach sind seit längerem rückläufig. Der Rückgang von ca. 500 Personen/Jahr beruht dabei auch auf Fortzügen in Höhe von ca. 2.000 Personen/Jahr im Vergleich zu Zuzügen von ca. 1.800 Personen/Jahr.

Um mehr über die Beweggründe und das Image des Landkreises bei Abwanderern und Neubürgern zu erfahren, wurde die Idee einer Befragung dieser Zielgruppen geboren.

Im Frühjahr/Sommer 2012 startete die Befragung von Neubürgern und Abwanderern im Landkreis Kulmbach in Kooperation mit der Universität Bayreuth, Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie. Im Rahmen eines Geländepraktikums wurden von den Studenten bei der stichprobenartigen schriftlichen Befragung 1747 Personen angeschrieben, mit einer Rücklaufquote von 8,12 % bei den Neubürgern bzw. 13,52 % bei den Abwanderern, insgesamt 185 Personen. Damit bewegt sich die Resonanz im üblichen Rahmen.

Die wichtigsten Ergebnisse für die Projekte des Regionalmanagements:

Zuwanderung erfolgt primär in der Altersgruppe über 65 Jahre und in geringem Maße bei den unter 20-Jährigen. Ansonsten überwiegt die Abwanderung, v.a. bei den 30-44-jährigen.

Überproportionaler Wegzug erfolgt v.a. bei höher- und hochqualifizierten Personen. Das berufliche Umfeld und die Karrieremöglichkeiten werden sehr kritisch gesehen: Ein Nachteil für die regionale Wirtschaft, die auf der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern mit anderen Regionen konkurrieren muss. Hierzu zählt auch, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht als optimal erlebt wird.

Die Altenpflege und die medizinische Versorgung wird als gut empfunden, ebenso wie das Wohnungsangebot und die Immobilienpreise: So ist denn auch der wichtigste Umzugsgrund für die Zuwanderer mit 24% die "Suche nach einer Immobilie".

Punkten kann der Landkreis mit weichen Standortfaktoren wie kulinarischen und landschaftlichen Besonderheiten, Nähe zur Natur und Sicherheit. Der Landkreis wird als familien- und seniorenfreundlich erlebt.

Ausblick

Da der Wegzug insbesondere bei höher qualifizierten Personen zu beklagen ist, soll dem "brain drain" mit geeigneten Maßnahmen entgegengesteuert werden. Projekte wie "Karriere Kulmbach" mit Informations-Veranstaltungen für Gymnasiasten, Praktika und Unternehmensführungen, die jungen Menschen die Qualitäten der Wirtschafts- und Arbeitsregion vermitteln, können hierzu einen wertvollen Beitrag leisten.

Da in der Befragung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ebenfalls als schwierig eingeschätzt wird, sind Projekte, die hier positiv entgegenwirken, wie "Transparenz Familienangebote" oder "Kommunale Familientische" und der Ausbau von Betreuungsplätzen weiter zu verfolgen.

Da durch den Zuzug der Senioren die natürliche "Alterung" des Landkreises noch zusätzlich forciert wird, werden Projekte zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung weiter wichtig bleiben. Beispiel ist das Projekt zur "Förderung der Ausbildung/Qualifikation im Bereich Alten/Krankenpflege" mit der Gewinnung von Fachkräften für die Pflege.

Einige der Vorschläge der Studierenden wurden bereits auf den Weg gebracht wie das Botschafterkonzept und die (Neu-) Bürgerinformationen.