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Kooperationsprojekt Erschließung der Markgrafenkirchen in Oberfranken

Als ehemaliger Sitz der Markgrafen bis ins Jahr 1610 ist gerade auch im Kulmbacher Land das Thema Markgrafenkultur aktuell, weil sein kultureller Reichtum der Region in Teilen auch auf die Markgrafen des Fürstentums Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth zurückgeht. Etwas Besonderes stellte deshalb die Übergabe des Bewilligungsbescheids des Kooperationsprojektes „Erschließung der Markgrafenkirchen in Oberfranken“ am 28.09.18 in der Stiftskirche in Himmelkron dar.

Die Markgrafenkultur findet u.a. heute noch ihre eindrucksvolle Ausprägung in zahlreichen historischen Bauwerken und Kirchen. Deshalb hat sich der Landkreis Kulmbach bereits im Jahr 2015 an der Erstellung des Tourismusführers „Markgrafenkirchen entdecken“ beteiligt. Hier ging es darum, die Kirchen als geistige Schätze der Region für den interessierten Besucher aufzuarbeiten.

Das Werk enthält 13 Kirchen aus dem Landkreis Kulmbach. All diese Kirchen haben eine textliche Würdigung erfahren, die meisten mit Bild. Unter den Kirchen befinden sich Guttenberg, Harsdorf, Himmelkron mit Lanzendorf, Kulmbach (mit Spitalkirche, Mangersreuther und Melkendorfer Kirche), Mainleus mit Kirche in Willmersreuth, Neudrossenfeld (mit Kirche in Neudrossenfeld und Langenstadt), Rugendorf, Thurau (mit Kirchen in Alladorf, Berndorf, Hutschdorf, Trumsdorf), Trebgast, Untersteinach, Wirsberg mit Kirche in Cottenau sowie Wonsees.

Im Vorfeld der Eröffnung des Markgräflichen Opernhauses in Jahr 2018 ist eine Medienkampagne zum Thema Markgrafenkultur geplant. In den 12 Monaten vor der Eröffnung wird an exponierten Standorten auf die anstehende Eröffnung und die Markgrafenregion hingewiesen. Unter dem Motto „Markgrafenkultur - Entdecke die Region“ wird durch Motive aus den Bereichen Brunnen, Fensterschürzen, Taubenhäuser, Brücken, Jagdschlösser, Kirchen, Gärten, Schlösser und Mühlen die Vorfreude über die Wiedereröffnung dieses UNESCO-Weltkulturerbes zum Ausdruck gebracht. Acht Einzelmotive der Plakatkampagne stammen aus dem Landkreis Kulmbach. Der Landkreis Kulmbach unterstützte die Kampagne, weil der Landkreis die Heimat zahlreicher Motive ist.

Mit dem Projekt „Erschließung der Markgrafenkirchen in Oberfranken“ rücken nun 58 Markgrafenkirchen in Oberfranken in den Fokus. Es sollen die schon für Besucher geöffneten Kirchen bzw. in der Projektlaufzeit noch zu öffnenden Kirchen (ca. 53) spirituell, kulturell und touristisch in Wert gesetzt werden. 12 davon befinden sich im Kulmbacher Land.

Projektträger wird der Verein Markgrafenkirchen Oberfranken e.V. sein. Folgende Projektbestandteile sind u.a. geplant:

  • Beschilderung der ausgewählten 58 Markgrafenkirchen mit einheitlichem Logo und mit Öffnungszeiten
  • Informationstafeln zur Geschichte und Ausstattung der Kirchen
  • Erarbeitung und Druck von ansprechendem Informationsmaterial zu den einzelnen Kirchen: Prospekte und (schriftliche) Kirchenführer sowie eines Gesamtprospekts der geöffneten Kirchen im Gesamtgebiet (kostenlose Abgabe)
  • Erarbeitung und Bereitstellung einer „Kirchen-App“ für digitale Endgeräte mit Audioguide
  • Gewinnung und Ausbildung von örtlichen Ehrenamtlichen als Kirchenführer/innen, Hauptzielgruppe: Besucher/innen und Touristen
  • Bewerbung der Kirchen im Tourismusbereich: durch Prospektmaterial, Öffentlichkeits- und Pressearbeit, Werbematerial, Präsentation bei Tourismusmessen o.Ä. in Kooperation mit den Fremdenverkehrsverbänden;
  • Erarbeitung einzelner Wander-, Pilger- und v.a. Radtouren durch Anschluss an vorhandene Wander-/Pilger-/Radwege oder Schaffung neuer Routen mit dazu gehörenden Informationsmaterial: Broschüren, Karten, GPS, etc.;
  • Durchführung geführter Touren, auch in Kooperation mit Fahrradclubs etc. (später Vernetzung zu Wegenetzen und „Markgrafenkirchenwegen“ mit Gesamtdarstellung)
  • Erstellung und Verbreitung eines touristischen Kirchenführers zu den geöffneten Kirchen;
  • Bereitstellung einer gemeinsamen Plattform für Kultur in Markgrafenkirchen: Durchführung von Konzert-, Theater- und Bildungsveranstaltungen in Kooperation mit regionalen Kulturträgern (z.B. Haus Marteau, Jugendfestspieltreffen, Musica Bayreuth, Fränkischer Theatersommer…) mit Veranstaltungskalender, Ticketing und Veranstaltungsprospekt zweimal jährlich
  • Lichtinstallationen, u.a. als Begleitprojekt von „Oberfranken leuchtet“ (Kooperation mit „Oberfranken offensiv“) mit eigenem Veranstaltungsprogramm;
  • Wissenschaftliche Grundlegung des Projekts mit Symposium und Veröffentlichung zur Begriffsbestimmung und Abgrenzung, der Besonderheit und den Gemeinsamkeiten mit sonstigen Barockkirchen, zur europäische Bedeutung und raumprägenden Funktion;
  • Schaffung einer 0,5-Stelle für Projektmanagement mit der nötigen Sachausstattung