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Klimaschutz

Team der CO2-Fasten-Staffel zieht zur Halbzeit Bilanz - Wie beeinflusst unser Lebensstil den Klimawandel?

Am 1. März machten sich die Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager der Metropolregion Nürnberg mit ihrer CO2-Fasten-Staffel auf den Weg, ein klimaverträgliches Leben zu erproben. Die Hälfte der Strecke ist zurückgelegt. Zeit für die Beteiligten, eine erste Bilanz zu ziehen. Mit ihrem Experiment richten sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die Öffentlichkeit und laden alle Interessierten ein, den Internet-Blog zur Fasten-Staffel zu verfolgen und die Beiträge zu kommentieren.

Auch Klimaschutzmanagerin Ingrid Flieger aus dem Landkreis Kulmbach ist mit dabei. "Ich war mir in unserer schnelllebigen Zeit nicht mehr bewusst, dass 40 Tage so lang sein können. Mein selbstgewählter Verzicht auf Fleisch und Butter ist nicht außergewöhnlich, in der Fastenzeit verzichten einige meiner Freunde und Bekannten so wie auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises aus bekannten religiösen Gründen auf liebgewordene Gewohnheiten. Ziel einer Fastenzeit ist es, die eigenen Lebensgewohnheiten neu zu überdenken und sich verstärkt auf sich selbst zu besinnen. Persönlich bringt mich die Teilnahme an der CO2-Fastenstaffel und vorrangig der Verzicht auf Fleisch und Butter aber manchmal an meine Grenzen, 23 Tage widerstehe ich nun der Versuchung und einige runde Geburtstage stehen erst vor der Tür. Den persönlichen CO2-Fußabdruck ehrlich zu hinterfragen und selbst weitere Bereiche wie das eigene Mobilitätsverhalten und mögliche Energieeinsparpotenziale zu Hause kritisch unter die Lupe zu nehmen, wird mich nicht nur während der restlichen Fastenzeit beschäftigen, das steht fest", so Ingrid Flieger, Klimaschutzmanagerin des Landkreises Kulmbach, die am Tag 16 zum Bloggen aufgerufen war.

co2fasten.wordpress.com/2017/03/16/tag-16-klimaschutz-macht-sexy/

Die persönlichen CO2-Bilanzen der Mitwirkenden zeigen, dass man durch ein bewusstes Konsumverhalten mindestens genauso viel zum Klimaschutz beitragen kann wie in den Bereichen Mobilität und Energieverbrauch.

Der Staffellauf ist zwar virtuell, aber deshalb nicht weniger anspruchsvoll und mitunter auch schweißtreibend. Bei diesem Selbstversuch verpflichten sich alle Teilnehmenden, den eigenen Lebensstil mit Hilfe einer CO2-Bilanz zu hinterfragen und sich als "Fastenopfer" Dinge vorzunehmen, mit denen der eigene, klimaschädliche Fußabdruck weiter verkleinert werden kann. Zum Erfahrungstausch wurde ein Internet-Blog eingerichtet. Darin wird täglich der "Staffelstab" an eine neue Person weitergegeben, die dann am nächsten Tag ihre persönlichen Ziele und Erfahrungen in einem Blogbeitrag schildert.

Dabei sind die Ziele und Themen so vielfältig wie die Art der Schilderung: Während die einen nüchtern Bilanz ziehen und sich hehre Ziele setzen, führen die anderen einen inneren Dialog, drehen an Stellschrauben, schildern ihre Selbstversuche oder reflektieren das Ganze in Form eines Gedichtes - alles ist möglich, geht nicht, gibt's nicht!

Auf halber Strecke wird deutlich: Die Beteiligten schneiden als "Klimaschützer von Berufs wegen" zwar in ihrer CO2-Bilanz meist besser ab als der bundesdeutsche Durchschnitt, der für jeden Bundesbürger einen CO2-Ausstoß von 12 Tonnen pro Jahr ausweist. Trotzdem stellen die Bloggerinnen und Staffelläufer bei ihren Bilanzen fest, dass mit oft einfachen Maßnahmen schnell weitere Verbesserungen zu erzielen sind. So lassen dann Mottos der Erfahrungsberichte wie "Kleinvieh macht auch Mist" oder "Weniger ist der neue Luxus" die wesentliche Erkenntnis bereits erahnen.

Die Beteiligten machen darüber hinaus die Erfahrungen, dass Nachhaltigkeit zwar mit Mühen verbunden ist, aber auch zusätzliche Vorteile bringen kann: Weniger Konsum spart Zeit und macht Schränke und Regale übersichtlicher, der Weg zur Arbeit mit dem Rad macht morgens wach und abends den Kopf frei, der Verzicht auf Verpackung macht den Einkauf "leichter", spart Platz und Wege zum Wertstoffhof, "rest(e)los glücklich" Kochen ist kreativ. Und nicht alles, was ausgedient hat, muss gleich zum Müll, sondern kann durch Upcycling anderweitig genutzt werden.

Mit viel Neugier und Spaß probieren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann auch gerne an den guten Tipps der anderen Beiträge und kommentieren dann im Blog, ob der Versuch von Erfolg gekrönt war. Die selbstgemachten Chips erhalten das Urteil "die sind der Hit", oder aber der Versuch zur veganen Ernährung bringt die Erkenntnis, "ein Leben ohne Butter finde ich ganz furchtbar".

Die halbe Wegstrecke ist geschafft, jetzt heißt es durchhalten und weitere Erfahrungen sammeln. Allen Beteiligten ist klar: Der Anspruch ist hoch, will man die Klimaerwärmung auf 1,5° C begrenzen, wie im November 2015 im Pariser Klimaschutzabkommen völkerrechtlich bindend beschlossen wurde.

Eine wahrlich olympische Herausforderung für uns alle, jeder kann mitmachen und für sich selbst entscheiden, wie er sein Verhalten ändern und somit einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft leisten will.

Übrigens, wer jetzt beim Fastenblog einsteigen und eigene Erfahrungen sammeln möchte, dem sei ganz aktuell zum Frühjahrsbeginn der Beitrag von Tag 8 empfohlen, in dem beschrieben wird, wie man beim Frühjahrsputz für den Klimaschutz den Energiefressern auf die Spur kommt.

Der Blog ist nachzulesen unterhttps://co2fasten.wordpress.com/

Die Klimaschutzmanager/innen arbeiten in Städten und Landkreisen an der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Im Jahr 2015 wurde aus dem "Forum Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung" der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) ein Initiativkreis der Klimaschutzmanager/innen gegründet, in welchem die Idee zur CO2-Fasten-Staffel entwickelt wurde.

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