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Aktuelles aus der Gesundheitsregion plus

Gesundheitskompetenz-Wochen 2020 – Erste Themenwoche: Veränderungsprozesse in der Arbeitswelt

„Kultur isst Strategie zum Frühstück!?“

Mit dem Beitritt in den Partnerprozess „Gesundheit für alle“ im Rahmen der Kick-off-Veranstaltung Ende Januar legt der Landkreis Kulmbach besonderen Fokus auf die Stärkung der Gesundheitskompetenz gerade in Umbruchsituationen über alle Lebensphasen hinweg.

Hierzu lud die Gesundheitsregionplus Kulmbach die Zielgruppe der Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen zur Themenwoche „Change Prozesse in der Arbeitswelt“ ein.

Passend zum Thema fand die interaktive und praxisorientierte Veranstaltung am 06.02.2020 im neuen Schulungszentrum der Franken Maxit und Bergmann Kalk Azendorf statt.

Knapp 40 Teilnehmende aus Wirtschaft und sozialen Trägern nahmen an der Veranstaltung in Azendorf teil. „Wir haben seit Gründung unserer Firmen auch so einige Change Prozesse hinter uns, die wir trotz Anstrengungen – wie ich stolz sagen kann – mit Bravour gemeistert haben.“, so Geschäftsführer Hans-Dieter Groppweis in seiner Begrüßung als Hausherr.

Diese Anstrengungen kommen nicht von ungefähr. Raimund Schöll, Experte und Berater für Change Prozesse, machte in seinem Fachvortrag deutlich, dass Veränderungen niemals geradlinig verlaufen, sondern erst einmal ein Chaos der Gedanken, der Emotionen verursachen und Unsicherheiten mit sich bringen. „Das ist auch nachvollziehbar, denn wir haben es schließlich mit Menschen und nicht mit Maschinen zu tun.“

Jeder Mensch gehe unterschiedlich mit dem Ablegen alter Muster und Gewohnheiten um. Wichtig sei es, die unterschiedliche Verarbeitung von Veränderungen zeitlich mit einzukalkulieren. Hierfür bedürfe es Stabilitäts- und Ruhephasen. Veränderungsprozesse im Betrieb gingen eben nicht von heute auf morgen, weil Change Management immer auch Kulturarbeit sei. Eine neue Kultur müsse sich erst entwickeln und verfestigen. Jedes Teammitglied mache hierzu auch unterschiedliche Erfahrungen, bis solche Umbruchsituationen gut und erfolgreich gemeistert seien. Ziele können schnell definiert und Strategien oder Maßnahmen entwickelt werden. Was allerdings über allem stehe, das sei die Kultur. „Kultur isst die Strategie zum Frühstück. Das muss uns bewusst sein! Deshalb ist es unumgänglich, Betroffene zu Beteiligten zu machen“ Und Schöll gab den Teilnehmenden noch einen weiteren wichtigen Tipp mit auf den Weg: „Erfolge feiern! Gemeinsam! Und stolz darauf sein, was zusammen bewegt wurde.“

Das Thema der Kultur wurde ich einem weiteren, nicht weniger interessanten Fachvortrag thematisiert. Lebendig, voller Herzblut und inspirierend stellte Prof. Dr. Claudia Lohrenscheit, tätig in der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit an der Hochschule Coburg, das Thema „Diskriminierungsschutz und Diversity“ dar, welche die Grundlagen der Menschenrechtskultur sind. „Unsere Gesellschaft und Arbeitswelt ist bunt, vielfältige Charaktere und Persönlichkeiten bieten ein breites Spektrum, die auch in der Wirtschaft und in Betrieben ihre Mannigfaltigkeit einbringen. Ob Jung oder Alt, Frau oder Mann, mit oder ohne Behinderung, egal welche Hautfarbe, Religionsangehörigkeit oder sexuelle Identität, jede Person hat das Recht auf Gleichbehandlung.“, so Professorin Dr. Lohrenscheit. Dies sei über das AGG - das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (2006) -, über Artikel 3 des Grundgesetzes wie auch über die EU-Richtlinien und Menschenrechtsverträge geregelt.

Im Anschluss an die beiden Fachvorträge wurden Expert*innen aus der Region zu einer Podiumsdiskussion auf die Bühne gebeten. Neben Heike Söllner, der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Kulmbach, und Erhard Jersch, Mitglied im Vorstand der Beraterkompetenz Oberfranken e. V., nahmen Michael Wunder, Ausbildungsakquisiteur für Flüchtlinge bei der IHK Bayreuth, und Ludwig Simek, Projektleiter und Referent für Arbeitsmarktintegration bei MigraNet, an der Expertenrunde teil. Nach einer Vorstellungsrunde der Expert*innen entstand ein reger Austausch mit dem Plenum, konkrete Fragestellungen hinsichtlich eines positiven Führungsstils, Gleichberechtigung und Integration wie auch der Abbau von Angst oder Hemmschwellen wurden thematisiert und Plädoyers für gemischte Teams in der Arbeitswelt ausgesprochen. Schließlich ging die Diskussion ganz im Sinne einer reflexiven Gesprächskultur in ein interaktives Come together und Netzwerken bei Finger Food und beeindruckender Beleuchtung in den Räumlichkeiten der Franken Maxit über. Als ein weiteres Highlight am Abend führte Prokurist und Vertriebsleiter Reiner Bütterich die Teilnehmenden zum Abschluss der Veranstaltung durch die neuen innovativen Räumlichkeiten des Forschungs-und Entwicklungszentrums der Franken Maxit und Bergmann Kalk. „Hiervon können sich einige eine Scheibe von abschneiden. Ich bin beeindruckt!“, so eine Teilnehmerin.

In den nächsten Wochen widmen sich die Gesundheitskompetenz-Wochen 2020 weiteren Themenbereichen. Zunächst wird am 5. März das Thema „Change-Prozesse – Senior*innen und soziales Umfeld“ in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Kulmbach beleuchtet. Anschließend folgt am 10. März im Theater DAS BAUMANN die Veranstaltung zum Thema Migranten und soziales Umfeld, welche aufgrund des Sturmtiefs Sabine verschoben werden musste. Abgeschlossen wird die Veranstaltungsreihe mit „Change-Prozesse – Kinder, Familien und Alleinerziehende“ am 24. März im Martin-Luther-Haus in Kulmbach. Alle drei Veranstaltungen finden jeweils von 16:00 – 19:00 Uhr statt. Details hinsichtlich der Themen und Referierenden finden Sie unter www.landkreis-kulmbach.de.

Die Teilnahme ist kostenfrei und erfolgt verbindlich über folgendes Onlineformular: https://www.landkreis-kulmbach.de/ghkw2020

 

Ansprechpartner:

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Annekatrin Bütterich
Telefon 09221/707-618 | Telefax 09221/707-95 618
E-Mail: buetterich.annekatrin@landkreis-kulmbach.de

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Geschäftsführer Hans-Dieter Groppweis in seiner Begrüßung als Hausherr.
Raimund Schöll, Dipl.-Soziologe und Systemischer Coach (SG) über „Change Prozesse in der Arbeitswelt – Ideen, Ansätze, Konzepte“