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Landkreis Kulmbach Aktuell

Zusage für eine Machbarkeitsstudie für die Elektrifizierung der Oberfranken-Achse

Landrat Klaus Peter Söllner und Landrat Dr. Oliver Bär als Sprecher der 2017 gegründeten Interessengemeinschaft Elektrifizierung der Oberfranken-Achse (IGE) freuen sich über die Zusage der Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, Frau Kerstin Schreyer, über die Förderung einer Machbarkeitsstudie zur Prüfung der Elektrifizierung und entsprechenden Ausbauvorhaben für die Oberfranken-Achse, die im Rahmen der bayerischen Exit-Strategie für den Dieselbetrieb geprüft werden soll.

Landrat Klaus Peter Söllner und MdB Emmi Zeulner hatten auf deren Einladung hin bei einem Besuch des Amtschefs des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr, Helmut Schütz, am 30.07.2021 im Landratsamt Kulmbach die Weiterentwicklung der Oberfranken-Achse als dringliches Ziel nochmals vorgestellt und in einem Schreiben vom 31.08.2021 an SM Kerstin Schreyer im Rahmen der neuen Klimaziele und des novellierten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes umfassend dargestellt.

Landrat Klaus Peter Söllner: „Ein Entwicklungskonzept für die Oberfranken-Achse, welches die Konzepte für die verschiedenen Teilstrecken der Achse strukturiert, begründet und zeitlich priorisiert, ist notwendiger denn je! Die deutlich gestiegenen Vorgaben im Klimaschutz zur CO2-Reduzierung im Sektor Verkehr, gerade für die Elektrifizierung von Schienenstrecken, eröffnen neue Perspektiven für die Oberfranken-Achse.“

Die Bayerische Elektromobilitätsstrategie Schiene (BESS) der Bayerischen Staatsregierung sieht vor, dass der Schienenpersonennahverkehr bis 2040 klimaneutral ist. Dazu ist es nötig, Fahrzeuge mit Dieselantrieb durch alternative Antriebsformen zu ersetzen.

Die IGE Oberfranken-Achse hat sich 2017 zum Ziel gesetzt, langfristig bei der Infrastruktur der Schiene die Elektrifizierung und Zweigleisigkeit möglichst auf allen nicht elektrifizierten Teilstrecken in Oberfranken zu erreichen. Mit der Entscheidung des Bundes 2018 zur Einstufung der „Oberfranken-Achse“ (Projekt 8 ABS Hochstadt-Marktzeuln – Hof/Nürnberg – Bayreuth – Neuenmarkt-Wirsberg) in die Kategorie 2c des Bundesverkehrswegeplanes 2030 sieht dieser eine Teilelektrifizierung und die Prüfung von alternativen Betriebsformen vor.

Gerade die Oberfranken-Achse, als maßgeblicher Teil der größten Dieselinsel in Mitteleuropa mit ihren ganz unterschiedlichen Streckenprofilen zwischen den Oberzentren Bamberg/Coburg bis Kulmbach, Kulmbach bis Hof/Bayreuth bedarf deshalb einer eingehenden Untersuchung der technischen Machbarkeit für die Einführung neuer und alternativer Technologien im Kontext der Voll- und Teilelektrifizierung von einzelnen Streckenabschnitten.

Frau Staatsministerin Kerstin Schreyer schreibt dazu an Landrat Söllner: „Mein Haus und die Bayerische Eisenbahngesellschaft arbeiten gerade an einem Konzept für den bayernweiten Ausstieg aus dem Dieselverkehr bis zum Zeitpunkt 2040. Dabei spielt im nordöstlichen bayerischen Bahnnetz die Zukunft der Oberfranken-Achse eine zentrale Rolle. Gerne greife ich Ihren Vorschlag auf, dass die IGE Oberfranken-Achse die entsprechenden Ausbauvorhaben näher untersuchen lässt.“

Die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner zeigt sich sehr dankbar, dass der Amtschef des Bayerischen Verkehrsministeriums, Helmut Schütz, nach seinem Besuch in Kulmbach vor zwei Monaten sein Versprechen, eine Machbarkeitsstudie zu ermöglichen, gehalten hat.

Frau Zeulner betont, „dies sei ein Meilenstein, um bei der Elektrifizierung der Oberfrankenachse einen entscheidenden Schritt weiterzukommen. Die Neuregelegung des Gemeindesverkehrsfinanzierungsgesetzes durch den Deutschen Bundestag im Jahr 2020 ermöglicht es zukünftig, auch Elektrifizierungen von Schienenstrecken mit bis zu 90 Prozent zu fördern. Durch diese neu geschaffene Regelung zusammen mit der Machbarkeitsstudie rückt die Umsetzbarkeit näher. Der Dank der Abgeordneten gilt Herrn Landrat Klaus Peter Söllner für den engen Schulterschluss zum Wohle der Region und Herrn Amtschef Helmut Schütz für seine fortwährende Unterstützung für Oberfranken.

Das Ziel des Bayerischen Verkehrsministeriums und der BEG ist die möglichst präzise linien- bzw. netzweise Einschätzung möglicher Reduktionspotentiale der CO2-Emissionen der verschiedenen alternativen Antriebstechnologien. Trotz valider technischer und wirtschaftlicher Angaben zeigt sich, dass letztendlich nur eine betrieblich-wirtschaftliche Bewertung für einzelne Linien und Netze (wie z.B. das Dieselnetz Oberfranken) eine Entscheidung für eine alternative Antriebstechnologie oder die Vollelektrifizierung ermöglicht, da insbesondere Kostenparameter für die Infrastruktur maßgeblich von der vorhandenen Infrastruktur abhängig sind.

So erreichen Oberleitungsfahrzeuge und Oberleitungs-/Batterie-Hybrid-Fahrzeuge jeweils eine Einsparung von rund 90 Prozent der CO2-Emissionen im Vergleich zum Dieselantrieb. Wasserstoff-/Batterie-Hybrid-Fahrzeuge erreichen derzeit, je nach Herstellungsverfahren des Wasserstoffs, immerhin noch eine CO2-Einsparung von 42 bis 74 Prozent. Welche Antriebsform die am besten geeignete ist, hängt maßgeblich von der jeweiligen Strecke und den Anforderungen des Fahrplans ab.

Die IGE Oberfranken-Achse, das Ministerium und die BEG werden sich deshalb zusammensetzen, um die Grundlagen für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Oberfranken-Achse durch ein anerkanntes Ingenieurbüro festzulegen.

Landrat Klaus Peter Söllner dankt insbesondere Landrat Dr. Oliver Bär für die mehrfachen gemeinsamen Initiativen über den Regionalen Planungsverband Oberfranken-Ost und MdB Emmi Zeulner für ihr dauerhaftes Engagement in der IGE-Oberfranken-Achse und diesen ersten wichtigen Schritt zur Umsetzung der Ziele der IGE.

 

Landrat Klaus Peter Söllner                                                                    
Sprecher der IGE Oberfranken-Achse
Konrad-Adenauer-Straße 5
95326 Kulmbach

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