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Landkreis Kulmbach Aktuell

Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, zu Gast am Beruflichen Schulzentrum Kulmbach (BSZ)

Im Mittelpunkt des Besuchs steht der mit CO₂ betriebenen Klimaanlagen-Demonstrator.

Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, hat dem Beruflichen Schulzentrum Kulmbach (BSZ) einen Besuch abgestattet und sich in diesem Zusammenhang den mit CO₂ betriebenen Klimaanlagen-Demonstrator angeschaut, den das BSZ vom Zentrum für Energietechnik (ZET) der Universität Bayreuth überlassen bekommen hat. Die Anlage steht dabei nicht nur für eine einzigartige Kooperation der beiden Einrichtungen, sondern vor allem für eine zukunftsweisende Technologie im Bereich der Wärmepumpenherstellung, da sie nicht mit FKWs, sondern mit dem sehr viel ökologischeren CO2 betrieben wird.

„Wer heute Klimawandel meistern will, braucht Technologien für morgen. Die Universität Bayreuth und das Berufliche Schulzentrum arbeiten hier Hand in Hand. Forschung auf dem Gebiet der CO₂ betriebenen Klimaanlagen-Technologie auf der einen Seite und der praktische Einsatz dieser modernen Technik bei der Schulung der künftigen Fachkräfte auf der anderen ist eine Form der Zusammenarbeit, die man sich nur wünschen kann“, so das Fazit von Umweltminister Thorsten Glauber.

„Der Landkreis Kulmbach ist ein großes Wärmepumpenzentrum. Mit Glen Dimplex oder ait-deutschland haben wir Unternehmen im Landkreis, die auf dem Gebiet der Wärmepumpentechnologie innovationsführend sind“, fügt Landrat Klaus Peter Söllner hinzu. Auch vor diesem Hintergrund sei es wichtig, den Nachwuchs-Fachkräften entsprechend moderne Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort zu bieten, so der Landrat weiter.

Entwickelt wurde die Anlage in den vergangenen drei Jahren im Rahmen des Projektes „Zukunft-Klima – Entwicklung zukunftsfähiger Klimatisierungskonzepte“ am Lehrstuhl für Technische Thermodynamik und Transportprozesse in der Fakultät Ingenieurwissenschaften beim Zentrum für Energietechnik der Universität Bayreuth. Das Projekt wurde vom Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit insgesamt 240.000 Euro gefördert. Nach drei Jahren Forschungsarbeit, soll die riesige Anlage, die sich durch die hohe Zugänglichkeit der Komponenten auszeichnet, künftig nun dem BSZ für die Schulung der Nachwuchs-Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Der Betrieb von Klimaanlagen mit CO2 ist zwar nicht neu, gewinnt aber vor allem im Zuge der Energiewende immer mehr an Bedeutung. Denn statt Ammoniak oder brennbaren Kältemitteln kommt Kohlendioxid zum Einsatz - ein nicht entflammbares, natürliches und damit ökologisch gut verträgliches Kältemittel.
„Diese Anlage setzt, im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen, erheblich weniger Treibhausgase frei“, erläutert Florian Heberle, ZET-Geschäftsführer,
die Funktionsweise der komplizierten Anlage, von der auch OStD Alexander Battistella begeistert ist. „Durch sie erhalten Schülerinnen und Schüler am BSZ Zugang zu neuestem Know-how aus der Forschung“, so der Leiter des Beruflichen Schulzentrums. „Als künftige Fachkräfte können sie anhand dieser Anlage ein Verständnis für wichtige energietechnische Fragen entwickeln, die es unter Einhaltung hoher ökologischer Anforderungen zu lösen gilt“.

Im Vergleich mit dem herkömmlichen Kältemittel R410a fällt die Ökobilanz von CO₂-Klimaanlagen überzeugend aus: Setzt man die für Deutschland typischen Wetter- und Klimaverhältnisse voraus, können die Treibhausgas-Emissionen von Klimaanlagen durch den Einsatz von CO₂ um rund 26 Prozent gesenkt werden. Wird der derzeit prognostizierte Ausbau von erneuerbaren Energien im Stromsektor zugrunde gelegt, ermöglicht die CO₂-Klimaanlage im Jahr 2050 sogar eine Senkung von Treibhausgas-Emissionen um 49 Prozent gegenüber dem heutigen Stand der Technik. Überdies ergaben die Untersuchungen am ZET, dass die beim Betrieb von Klimaanlagen angewendeten Regelungsstrategien die Treibhausgas-Emissionen signifikant beeinflussen können.

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