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Landkreis Kulmbach Aktuell

Regionalentwicklung 2030 Landkreis Kulmbach

Gesundheitsregion plus Kulmbach widmet sich einer „Integrierten Sozialraumplanung (ISP)

Im Jahr 2020 musste der geplante interdisziplinäre Fachtag „Attraktive Gemeinde“ aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Die Inhalte der Veranstaltung sowie die Referierenden und Workshopleiterinnen und –leiter standen bereits fest, sodass der Fokus und das Ziel der Veranstaltung ersichtlich waren (siehe https://www.landkreis-kulmbach.de/landratsamt-kulmbach/gesundheitsregion-plus-kulmbach/fachtag-attraktive-gemeinde/ ).

Über den Austausch innerhalb des in den Fachtag involvierten Netzwerkes wurde die Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus Kulmbach auf die Online-Veranstaltungen des Bayerischen Landkreistags aufmerksam gemacht. Unter dem Titel „Lebenswertes Bayern – lebenswerte Kommune“ fanden hier in enger Zusammenarbeit mit der Katholischen Stiftungshochschule München (Prof. Dr. Dorith Sing) Online-Fachtage zur Integrierten Sozialraumplanung mit Good Practice-Projekten statt, an welchen die Geschäftsstellenleitung Frau Tauer (ehemals Bütterich) und Landrat Klaus Peter Söllner teilnahmen.

Im Steuerungskreis der Gesundheitsregion plus Kulmbach war im Frühjahr 2021 schnell klar, dass die Argumente für die Entwicklung einer Integrierten Sozialraumplanung (ISP) für den Landkreis Kulmbach überwiegen. Nach Vorlage eines Exposés sah der Kulmbacher Landrat von Beginn an großes Potenzial in der Bearbeitung der Thematik für den Landkreis: „Der Prozess der Integrierten Sozialraumplanung, den Frau Tauer angeschoben hat, ist elementar wichtig. Mir als Landrat und uns im Landkreis Kulmbach ist es wichtig, nicht stillzustehen, sondern innovative Wege zu gehen und eine gesunde Entwicklung nach vorne zu treiben.“

So präsentierte Frau Tauer am 26. Juli 2021 auf der vierten Sitzung des Kreistages die mögliche Herangehensweise für die Ableitung von Handlungsempfehlungen für eine integrierte Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. Die Mitglieder des Kreistages stimmten der praxisorientierten Bearbeitung des Themas der Regionalentwicklung für den Landkreis Kulmbach einstimmig zu. Somit war es möglich, das komplexe Feld auf wissenschaftlicher Ebene mit stetem Praxisbezug zu bearbeiten und erste bedarfsorientierte interdisziplinäre Handlungsempfehlungen abzuleiten. Dies ging Annekatrin Tauer im Rahmen ihrer Masterarbeit unter dem Titel „Regionalentwicklung 2030 Landkreis Kulmbach: Handlungsempfehlungen für eine integrierte Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik“ an. Die Masterthesis ist bereits fertiggestellt, eingereicht und korrigiert. Somit ist es Annekatrin Tauer gelungen, neben ihrer Geschäftsstellenleitung in Vollzeit den Master der Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg zu studieren. Erleichtert berichtet die stolze Absolventin der Business Administration (Master of Arts) Annekatrin Tauer: „Ich bin Herrn Landrat Söllner sowie den Mitgliedern des Kreistages für das entgegengebrachte Vertrauen sehr dankbar, die der Bearbeitung des Themas der Regionalentwicklung für den Landkreis Kulmbach im Rahmen meiner Masterarbeit einstimmig zugestimmt haben. Hierdurch konnte ich meine Kompetenzen erweitern, meine strukturierte netzwerkbezogene Arbeitsweise weiterentwickeln, zusätzliches Wissen aneignen und aufzeigen.“

Wichtig war für den Startschuss der Integrierten Sozialraumplanung zum einen die Vernetzung beim Fachtag des Bayerischen Landkreistages, um dadurch Kontakte und Einblicke in Good Practice-Beispiele zu erhalten. Zum anderen wurde stets vonseiten der verschiedenen Fachabteilungen des Landratsamtes Kulmbach, der Netzwerkpartnerinnen und Netzwerkpartner des Landkreises Kulmbach sowie von Herrn Dr. Klaus Schulenburg, Stellvertreter des Geschäftsführenden Präsidialmitglieds der Geschäftsstelle des Bayerischen Landkreistages, der Geschäftsstelle Offenheit in Bezug auf eine konstruktive Zusammenarbeit entgegengebracht. Dr. Schulenburg unterstützt alle Landkreise, die sich auf den Weg machen, eine Integrierte Sozialraumplanung aufzubauen: „Nur mit einer ganzheitlichen und koordinierten Betrachtung der Kreisentwicklung über die bestehenden Fachplanungen hinaus können die Herausforderungen der demographischen Entwicklung sowie der sozio-ökologischen Wende gemeistert werden. Die Landkreise müssen dies gemeinsam mit den kreisangehörigen Gemeinden angehen, um die Menschen bei der Gestaltung ihrer Lebenswelten zu unterstützen.“ Nur hierdurch konnten zielorientiert und mit konkretem Praxisbezug erste Schritte abgeleitet und eine zukunftsgerichtete Herangehensweise mit Handlungsempfehlungen bedarfsgerecht für die nächsten Jahre entwickelt werden.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass sich die Konzeption einer Integrierten Sozialraumplanung über einen längeren Zeitraum erstreckt und Schritt für Schritt wachsen muss. Wichtige Bestandteile wie Netzwerkmanagement, Schnittstellenmanagement, Kommunikation und Transparenz, gemeinsame Leitlinienentwicklung und Zielableitungen auf Grundlage aktueller regionaler Daten etc. dürfen und müssen sich hierfür erst etablieren, werden fortwährend nachjustiert und peu à peu umgesetzt. Daraus können neue Strukturen und innovative Ideen aufgebaut und umgesetzt werden.

Durch die Möglichkeit, die ersten Schritte für die Kulmbacher ISP federführend über die Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus Kulmbach koordinieren und konzipieren zu können, münden die Handlungsfelder der Gesundheitsregion plus – die kommunale Gesundheitsförderung und Prävention, die medizinische Versorgung auf dem Land, der demografische Wandel und Pflege sowie Ernährung, Lebensmittel und Gesundheit – neben weiteren Schwerpunkten der anderen Fachabteilungen des Landratsamts Kulmbach in eine gemeinsame Regionalentwicklung für den Landkreis Kulmbach.

Auf einen Blick:

  • Vision: Lebenswerter Landkreis Kulmbach
  • Übergeordnetes Ziel: Entwicklung eines einfachen praxisorientierten Konzepts
  • Fokus: Partizipation, Beteiligungsorientierung, Sozialraumorientierung, strategische gebündelte Ausrichtung
  • Vorausschauendes Erkennen zentraler Themen
  • ISP als Hilfsmittel bzw. Instrument für Landkreise, um die Vision einer lebenswerten Kommune zu erreichen
  • Zusammenführung verschiedener, im Landkreis vorhandener Fachplanungen (Jugend, Senioren, Teilhabe, Gesundheitsbericht etc.)
  • Entstehen von Synergieeffekten (keine doppelten Datenerhebungen, Parallelplanungen, etc.)
  • Einführung einer ISP stellt einen dynamischen Prozess dar, bei dem der politische Wille der Entscheidungsträger von zentraler Bedeutung ist.
     

Auch im Landkreis Kulmbach liegen viele, zum Teil parallel entwickelte Datensätze sowie umfangreiche Berichte und Konzepte vor. Diese gilt es nun, so Annekatrin Tauer, miteinander abzugleichen, die gemeinsamen Erkenntnisse herauszufiltern und realistische Elemente eines gemeinsamen Aktionsplans strukturiert abzuleiten. „Das übergeordnete Ziel ist es hierbei, das Potenzial wie auch herausragende Projekte und Strukturen bei uns sichtbar zu machen, die letztlich noch zielgerichteter zusammengeführt werden können, um Synergieeffekte zu erzeugen und voneinander zu profitieren.“, so die Gesundheitsmanagerin abschließend.


Bei Rückfragen steht Ihnen Annekatrin Tauer per Telefon unter 09221/707-618 oder 0171 3314376 sowie der E-Mail tauer.annekatrin@landkreis-kulmbach.de zur Verfügung.

Weitere Infos sind unter der Projekthomepage der Gesundheitsregion plus Kulmbach unter: https://www.landkreis-kulmbach.de/gesundheitsregion/ zu finden.

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