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Landkreis Kulmbach Aktuell

Lesementoren werden digital

Eine ganze Reihe Lesementorinnen und -mentoren, die sich im Rahmen des Projekts "MENTOR - die Leselernhelfer - Leseregion Kulmbach" ehrenamtlich für Leseförderung an den Schulen einsetzen, beweisen gerade Mut zu neuen Wegen. Sie haben ihr Engagement in den digitalen Raum verlagert und verabreden sich einmal wöchentlich mit ihren Lesekindern virutell zum gemeinsamen Lesen.

Es ist im Moment der einzig machbare Weg, die so wertvolle Förde­rung aufrechtzuerhalten und Kinder mit Förderbedarf bei der Lesekompetenz weiter zu unterstützen.

“Mentoren sind ein Glücksfall für jedes Kind” – davon war das Organisati­onsteam am Landratsamt überzeugt, als im Herbst letzten Jahres die Leseförderung als Ehrenamtsprojekt an insgesamt neun Pilotschulen im Landkreis gestartet wurde. Im Vorfeld wurden in Kleingruppen schon die ersten 24 Interessierten in Einführungsseminaren auf ein Engagement als Lesementor*in vorbereitet und erhielten viele hilfreiche Tipps und Informa­tionen.

Das Besondere am MENTOR-Konzept ist das sogenannte 1:1-Prinzip, d.h. ein Lesementor arbeitet mit einem Lesekind. Bildung durch Bindung und jede Menge Spaß und Freude stehen im Vordergrund der Förderphi­losophie. Normalerweise treffen sich Mentor und Lesekind einmal wöchentlich eine Stunde lang in der Schule zum gemeinsamen Lesen und Erzählen. Mit dieser gezielten Förderung und mit viel Humor und Geduld wird ganz viel bewirkt. Dabei handelt es sich keinesfalls um Nachhilfe und jeglicher Leistungsdruck ist ausgeschlossen. In erster Linie wird Spaß am Lesen vermittelt, dann stellen sich Erfolge meist wie von selbst ein – ganz nach dem Motto: „Gemeinsames Lesen öffnet Türen“. Die Lesekinder machen erfahrungsgemäß große schulische Fortschritte und sind noch dazu sehr stolz auf ihre Lesementoren, die ihnen uneingeschränkt Zeit und Aufmerksamkeit widmen.

Das Organisationteam um die MENTOR-Schulkoordinatorin Birgit Glaß, Heike Söllner und Nicole Neuber vom Landratsamt, Schulrätin Kerstin Zapf und der Lesebeauftragten für die Grund- und Mittelschulen, Simone Zimmerer, hatte es zu Schuljahresbeginn im Herbst noch geschafft, alle Lesemento­ren mit ihren Lesekindern zusammenzubringen und den Einstieg in die Leseförderung an den Schulen zu ermöglichen – dann kam im Dezember das Aus für den Präsenzunterricht und damit leider auch für die MENTOR-Lese­stunden an den Schulen.

Davon ließ man sich jedoch nicht entmutigen und fasste den Entschluss, ins digitale Lesen einzu­steigen – doch wie so oft steckte auch hier die Tücke im Detail. Es wurde nach Lösungen gesucht, welche digitalen Räume genutzt werden können, die Bereitschaft bei den Lesementoren wurde abgefragt und es erfolgte eine Einweisung in die verschiedenen Tools und in die Beson­derheiten des digitalen Lesens. Dann waren natürlich auch die Lesekinder und deren Eltern ein­zubeziehen und zu guter Letzt wurde ein neuer, passender Termin für die Lesestunden vereinbart.

Mittlerweile sind die digitalen Lesestunden erfreulich gut gestartet und die ersten Erfahrungen sind durchweg positiv. „Auf diese Weise können wir die Zeit überbrücken, bis sich wieder ein normaler Schulbetrieb einstellt und die Lesementoren für die Lesestunden wieder in ihre Schulen zurückkehren können“, sagt Heike Söllner vom Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement am Landratsamt dazu. „Wir als Organisationsteam sind sehr glücklich, dass sich viele unserer ehrenamtlichen Lesementoren auf das Experiment des digitalen Lesens eingelas­sen haben – so kann die Leseförderung für die Kinder weiterlaufen. Sie stehen ja im Mittelpunkt all unserer Bemühungen.“ Bildungskoordinatorin Nicole Neuber vom Landratsamt dankt den aktuell neun Kooperationsschulen für die Unterstützung: „Die Schulen stellen dankenswerter­weise ihre digitalen Räume zur Verfügung; die Lesekinder kennen sich auf diesen Plattformen sowieso bestens aus. Für viele unsere Mentoren ist das digitale Lesen jetzt vielfach zwar eine ganz neue, spannende Erfahrung, aber sie sind offen dafür, weil es ihnen allen sehr am Herzen liegt, den Kontakt zu den Lesekindern aufrechtzuerhalten“. Schulrätin Kerstin Zapf dankt allen Mentorinnen und Mentoren sowie dem Organisationsteam von Herzen: „Diese tatkräftige Unterstützung ist unglaublich wertvoll und trägt zur nachhaltigen Stärkung der Lesekompetenz unserer Schülerinnen und Schüler im Schulamtsbezirk Kulmbach bei“.

 „Jederzeit sind neue Lesementorinnen und -mentoren willkommen“, ergänzt Heike Söllner noch. „Wir wollen noch mehr Lesekindern einen Mentor oder eine Mentorin an die Seite stellen. Der Unterstützungsbedarf ist groß und durch die Corona-Pandemie hat sich das nochmal verstärkt. Deshalb bieten wir regelmäßig Einführungsseminare an. Wer Interesse an einem Engagement als Lesementor hat, kann sich jetzt bereits vormerken lassen für das nächste Einführungs­seminar, das im Sommer stattfinden soll“. Für ein Engagement als Lesementor*in sind keine besonderen pädagogischen Kenntnisse erforderlich. Voraussetzung ist lediglich, dass man Spaß am Lesen, Erzählen und Spielen sowie Freude am Umgang mit jungen Menschen mitbringt. Und man sollte eine Stunde Zeit in der Woche erübrigen können. Für nähere Auskünfte steht das Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement am Landratsamt Kulmbach unter der Telefonnummer 09221/707-150 oder -149 gerne zur Verfügung. Telefonisch oder per Mail an mentor@landkreis-kulmbach.de kann man sich auch für das nächste Einführungsseminar schon vormerken lassen.

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