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Landkreis Kulmbach Aktuell

Kreistag gibt "Grünes Licht" für Cluster-Bau am BSZ

Dort, wo früher die Floristikräume untergebracht waren, wird der Cluster-Neubau für die Bauabteilung und Bautechnik entstehen.

Das Berufliche Schulzentrum Kulmbach wird für knapp 12 Millionen Euro einen weiteren Neubau vornehmen, den sogenannten Cluster-Bau, der über das Kommunalinvestitionsprogramm Schulinfrastruktur „KIP-S“ gefördert wird. Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat aus diesem Programm für die Schulsanierungen in Oberfranken nicht weniger als 67,4 Millionen Euro bereitgestellt und davon hat sich der Landkreis Kulmbach 3,4 Millionen Euro  gesichert. In seiner Sitzung am 22. Juli 2019 hat der Kreistag einstimmig die Realisierung dieser Maßnahme beschlossen. Weitere Fördermittel aus dem „KIP-S“ - Programm gingen im Landkreis Kulmbach an die Gemeinden Ludwigschorgast, Thurnau und Trebgast sowie an die Stadt Stadtsteinach und den Schulverband Neuenmarkt-Wirsberg.

Mit dem Neubau, der anstelle des Floristikbaues angegliedert wird, wird eine Hauptnutzfläche von     2 029 qm geschaffen. Im Erdgeschoss werden drei Bauhallen und Sondernutzungsräume errichtet und im Obergeschoss sieben Klassenräume mit einem offenen Lernbereich und weiteren Sondernutzungsräumen. Nach der aktuellen Kostenberechnung des Architekturbüros H2M, Kulmbach, fallen für die Teilprojekte voraussichtlich folgende Kosten an: Gebäude, Außenbereich und Tiefbau: 7 987 00 Euro. Außenanlagen und Parken: 1 099 000 Euro. Einrichtung: 500 000 Euro. Abbruch und Herrichten: 256 000 Euro. Der Landkreis Kulmbach rechnet mit einem Zuschuss aus dem „KIP-S“ Programm und aus der FAG-Förderung mit knapp unter 60 Prozent der Gesamtkosten: „Wir haben jetzt relativ sicher, schon 7,11 Millionen Euro an Zuschüssen. Bei der Situation gab es kein Überlegen, da mussten wir einsteigen, denn so günstig bekommen wir es nie mehr.“ 

Wie der Leiter des Beruflichen Schulzentrums Kulmbach, Oberstudiendirektor Alexander Battistella, zu verstehen gab, hat sich der Cluster-Neubau dadurch entwickelt, dass grundsätzlich ein genereller Sanierungsbedarf an der Schule besteht: „Wir müssen das Schulzentrum an sich im Ganzen im Blick haben. Das KIP-S Programm war für uns die Aufforderung, tätig zu werden. Landrat Klaus Peter Söllner wollte die größte Fördersumme, die der Landkreis Kulmbach erhielt, in unser Berufliches Schulzentrum stecken und so ist es dann auch passiert. Die Summe hat aber nicht für die Sanierung des Schulhauses an sich gereicht, also haben wir uns zusammen mit dem Architekten überlegt, wo wir anfangen könnten. Wir haben in den letzten Jahren die Floristen verloren und da haben wir ein Gebäude, das wir jetzt nicht mehr zweckdienlich nutzen können. Wir können es auch nicht umwidmen und wir wussten eigentlich nicht so Recht, was wir damit machen sollen. Wir haben uns dann entschieden, dort neu zu bauen. Wir haben uns eine Abteilung rausgesucht, die am sinnvollsten ist, nämlich die Bauabteilung und zwar Berufs- und Fachschule für Bautechnik. Die wollten wir beide modern in einem Gebäude unterbringen. Modern heißt, wir nennen es ja Cluster-Bau, in diesem Gebäude befindet sich alles, was die Bautechnik in Zukunft brauchen wird.“ Also nicht nur modernste Technik, sondern auch pädagogisch mit einem Klassenzimmer- und Werkstatttrakt, denn die neuen Lehrpläne sehen nach den Worten des Schulleiters so aus, dass Theorie und Praxis viel stärker miteinander zu verbinden ist. Oberstudiendirektor Alexander Battistella: „Wir haben ja keine Flächen mehr, sondern Lernfeldunterricht und da brauche ich eine räumliche Nähe von den Klassenzimmern zu den Bauhallen und zu den Laboren. Das haben wir erreicht, denn die Klassenzimmer sind direkt über den Werkstätten. Wir haben extrem kurze Wege geschaffen  und auch moderne Bauhallen, dabei auch für den Trockenbau, der vollkommen neu ist, und wir haben einen Tiefbaubereich im Außenbereich angesetzt. Aber, der Knackpunkt ist für mich das pädagogische Konzept, das dahintersteckt.“ 

Dieses pädagogische Konzept wurde in vielen Workshops mit dem Kollegium erarbeitet und dabei wurde auch ein Raumprogramm entwickelt, das dann auch von der Regierung von Oberfranken genehmigt wurde. Schulleiter Alexander Battistella: „Wir sind dankbar und glücklich, dass uns der Landrat dabei unterstützte und der Kreistag ohne große Diskussion das Projekt genehmigt hat und dass die Kreisräte hinter unserem Schulzentrum stehen. Das begeistert mich ungemein.“

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) bezeichnet den Cluster-Bau am Beruflichen Schulzentrum als die größte Einzelmaßnahme im Schulbau der letzten Jahre: „Wir haben in den zurückliegenden Jahren rund 70 Millionen Euro verbaut, aber dieses Projekt ist eine sehr große Einzelmaßnahme. Das ist aber auch der Einstieg in die grundhafte Modernisierung und da sind wir auf einem hervorragenden Stand. Wir haben als Berufliches Schulzentrum einen glänzenden Ruf und da möchte ich mich bei allen bedanken, die hier Verantwortung tragen. Wir hatten schon immer gute Direktoren und Alexander Battistella geht hier wirklich voraus und sucht auch Netzwerke. Uns zeichnet aus, das wir ein extrem enges Miteinander pflegen und wir haben diese Entscheidung im Kreistag auch vorbereitet.“ Der Landrat würdigte hier vor allem die Arbeit von Projektkoordinator Klaus Bodenschlägel und  Achim Geyer vom zuständigen Sachgebiet  sowie Schulleiter Alexander Battistella mit den zuständigen Planern vom Architekturbüro H2M: „Zwei Dinge waren für  mich bemerkenswert: Es war perfekt vorbereitet und wir hatten im Kreistag selten so eine kurze Diskussion. Es war der kürzeste Tagesordnungspunkt, weil jeder Kreisrat feststellte, jawohl, es passt.“

 

Bericht und Foto: Werner Reißaus 

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Schulleiter Alexander Battistella (links) und Landrat Klaus Peter Söllner
Mit dem Cluster-Neubau am Beruflichen Schulzentrum ist ein großer Wurf gelungen. Die Freude bei Schulleiter Alexander Battistella (links) und Landrat Klaus Peter Söllner ist groß, dass auch der Kreistag in seiner letzten Sitzung „Grünes Licht“ für das knapp 12 Millionen Projekt die Zustimmung erteilt hat.