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Geothermischer Energienutzungsplan

Pressemitteilung

v.l.n.r.: Stellv. Landrat Jörg Kunstmann; Bürgermeister Martin Bernreuther, Thurnau; Michael Beck, LRA Kulmbach; Landrat Klaus Peter Söllner; Dr. Marcellus Schulze, Landesamt für Umwelt; Dipl.-Ing. Tobias Eder, Prof. Dr. Hamacher, TU München; Werner Müller, RIWA GmbH; Florian Schneider, ASK Geotherm

Vorstellung des Bayerischen Pilotprojektes „Geothermischer Energienutzungsplan Landkreis Kulmbach“ im Rahmen der Kulmbacher Energiegespräche am 11.06.2015 um 18.00 Uhr im Schloss Thurnau

Zwei Jahre intensive Vorbereitung und konsequentes, analytisches Arbeiten fanden am 11.06.2015 in Thurnau ihren krönenden Höhepunkt. Landrat Klaus Peter Söllner freute sich, ca. 100 Teilnehmern in Thurnau ein neuartiges bayerisches Pilotprojekt zur flächendeckenden und grundstücksbezogenen Darstellung der Erdwärmepotentiale und des Wärmebedarfs von Gebäuden im Landkreis Kulmbach vorstellen zu können.

Mitte 2013 hatte der Landkreis Kulmbach mit den anwesenden Kooperationspartnern ein Forschungs- und Pilotprojekt initiiert. Von den Ergebnissen können nicht nur alle unsere 22 Kommunen z.B. bei der Erstellung von Energienutzungsplänen profitieren, sondern in der Folge auch Bauherren, Energieberater, Planer, Heizungsbauer, Wärmepumpenhersteller, Energieversorger, Bohrunternehmer, Sachverständige sowie fachlich Interessierte.

Landrat Söllner verbindet mit dem Projekt die Hoffnung, dass „die Geoenergieregion Kulmbach und der Energietank Erdwärme“ damit einen weiteren Schub bekommt, auch im Sinne der Stärkung des Wirtschaftsstandortes und des starken Branchenclusters „Klima- und Kältetechnik“, das im Landkreis Kulmbach mittlerweile 1300 Arbeitsplätze stellt.

„Die Vorstellung ist ein echter Quantensprung in der Geothermieoffensive des Landkreises Kulmbach“, so Landrat Söllner, weil den Kommunen Werkzeuge und Informationen an die Hand gegeben werden, die eine effiziente und zielgerichtete Bearbeitung des Themas kommunale Energiewende auf hohem technischen Niveau und Detaillierungsgrad erlauben. Die Ergebnisse zur Analyse des Wärmebedarfs von Gebäuden in Verbindung mit dem oberflächennahen Wärmepotential können erstmals in Bayern auf die Ebene von Flurstücken und Einzelgebäuden heruntergebrochen werden.

„Das ist einmalig in Bayern und ich bin deshalb stolz, mit unseren Kooperationspartnern heute unser gemeinsames Pilotprojekt zur Darstellung des Wärmebedarfs von Gebäuden und zur Erfassung des oberflächennahen Erdwärmepotentials im Landkreis Kulmbach präsentieren zu können“, so Landrat Söllner.

Herr Prof. Dr. Thomas Hamacher vom Lehrstuhl Erneuerbare und Nachhaltige Energiesysteme der Technischen Hochschule München (TUM) beleuchtete in seinem Impulsvortrag eindrucksvoll die oberflächennahe Geothermie und die Wärmepumpentechnologie als Baustein einer erfolgreichen Energiewende.

Über die Aufbereitung der Erdwärmepotentiale aus der Informationsoffensive Oberflächennahe Geothermie des Freistaates Bayern für den Landkreis Kulmbach referiert Dr. Marcellus Schulze vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in Hof. „Die Geologie im Landkreis Kulmbach ist vielfältig, dementsprechend auch die Wärmeleitfähigkeit und das Entzugspotential der Gesteine.“ Insgesamt haben wir aber ein sehr gutes Erdwärmepotential in den oberen Gesteinsschichten für die oberflächennahe Geothermie bis 400 m.

Tobias Eder von der TU München erklärt ausführlich den Prozess und die Methoden, wie die TU den Wärmebedarf von Gebäuden in Abhängigkeit vom Sanierungszustand im Landkreis ermittelt hat und welche Versorgungs- und Deckungspotentiale im Landkreis Kulmbach mit Hilfe von Erdwärmesonden oder Erdwärmekollektoren bestehen.

Insgesamt hat die TU München 22606 Wohngebäude im Landkreis auf ihren Wärmebedarf hin untersucht und einen Heizbedarf von 1868 GWh/a berechnet. Davon könnten je nach Sanierungszustand der Gebäude ca. 40 bis 60 % ihren Wärmebedarf mit Erdwärmesonden decken und 10 bis 50 % mit Erdwärmekollektoren.

Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien, wie Wasserkraft oder Solar- und Windenergie, steht die Erdwärme immer zur Verfügung, unabhängig von Tages- und Jahreszeit, von den meteorologischen Gegebenheiten und theoretisch auch unabhängig von der geographischen Lage. Erdwärme ist daher eine ständig verfügbare, heimische, krisensichere und umweltfreundliche Energiequelle, deren wirtschaftliche Nutzbarkeit nur von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten abhängt.

Wie können die Ergebnisse dargestellt werden und welche Vorteile ergeben sich für die Kommunen und die Nutzer? Michael Beck vom Landratsamt Kulmbach und Werner Müller von der Firma RIWA GmbH gaben Antworten auf diese Fragen.

In der abschließenden Diskussionsrunde unter Leitung von Herrn Prof. Hamacher standen alle Referenten für Fragen zur Verfügung. Eingeleitet wurde die Diskussion durch Statements von Florian Schneider von der ASK Geotherm, Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern sowie Frau Flieger und Herrn Beck für die Projektbetreuung vor Ort.

„Der Landkreis will den Informationsaustausch auch nach der heutigen Veranstaltung weiterführen und es werden dazu weitere Veranstaltungen innerhalb des Klimaschutzmanagements gerade für die verschiedenen anwesenden Zielgruppen angeboten, um das Forschungsprojekt in die Umsetzung und Anwendung zu bringen“, so Michael Beck vom Landratsamt Kulmbach.

Ziel ist es, am Ende eine noch viel stärkere Nutzung der Erdwärme im Landkreis Kulmbach und in Bayern zu erreichen. Alle Beteiligten sind überzeugt, dass diese Technologie noch ein enormes Ausbaupotential für Kommunen, Unternehmen und den Bürger im Landkreis hat.

PDF Pressemitteilung im PDF-Format


Flyer

PDF Hier finden Sie den Flyer und das Programm zur Vorstellung des Pilotprojektes "Die Geoenergieregion Kulmbach und der Energietank Erdwärme" im Rahmen der Kulmbacher Energiegespräche am 11.06.2015 im Schloss Thurnau.


Rede des Landrats

Hier finden Sie die PDF Begrüßungsrede des Landrats zu den 16. Kulmbacher Energiegesprächen.


Vorträge

Alle Vorträge der Infoveranstaltung Geothermie hier im PDF-Format:

Der Vortrag von Prof. Dr. Hamacher (Technische Universität München) wird noch nachgereicht.


Presseecho

Presseberichte zur Veranstaltung am 11.06.2015


Impressionen von der Veranstaltung im Schloss Thurnau

 

Kurzfassung des Pilotprojekts

PDF Hier finden Sie eine Beschreibung des Pilotprojekts "Geothermischer Energienutzungsplan Landkreis Kulmbach".

Einen Leitfaden zum Thema "3D-GIS und Energie" finden Sie auf der  Webseite des Runder Tisch GIS e.V.